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Crowdinvesting – Ideale Anlageform für Kleinanleger?

crowdinvestingDie Zinsen sind niedrig oder gar negativ, das Sparbuch hat ausgedient, und auch das Tagesgeldkonto wirft kein Geld mehr ab. Bei den meisten Anlageformen springt kaum noch der Inflationsausgleich heraus, und Anleger sind zunehmend verunsichert: Wie kann man mit wenig Kapital immer noch sinnvoll anlegen und wenigstens etwas Rendite erwirtschaften? Crowdinvesting scheint eine gute Alternative zu sein.

Crowdinvesting ist nicht Crowdfunding

Im Prinzip funktioniert Crowdinvesting ganz einfach: Der Anleger oder die Anlegerin hat ein bisschen Kapital, das angelegt werden soll, und möchte mit einem zwei- oder niedrigen dreistelligen Betrag einsteigen. Unternehmen suchen auf der anderen Seite jemanden, der ihnen neue Technologien, eine Produktreihe oder gleich die Unternehmensgründung finanziert. Bauträger benötigen Geldgeber für Bauprojekte. Die Unternehmen melden sich mit Businessplan, Berechnungen und überzeugenden Argumenten bei einer entsprechenden Dienstleister-Plattform im Internet an, lassen ihr Projekt prüfen und werden im Idealfall angenommen. Jetzt stellt die Plattform das respektive Projekt der breiten Masse vor und die Menschen können investieren.

Viele, viele kleine Investoren schaffen es gemeinsam, das Projekt zu finanzieren. Es wird durchgeführt, es wirft Gewinn ab, und von diesem Gewinn erhalten die Investoren einen Teil, genannt Rendite. Crowdfunding funktioniert ähnlich. Allerdings wird den Investoren keine Rendite ausgeschüttet, und sie erhalten auch keine Unternehmensanteile. Es gibt bestenfalls ein Geschenk als Dank, vielleicht ein Produkt oder einen Gutschein.

Über Crowdinvesting werden derzeit Immobilien aller Art finanziert, es werden Start-Ups gegründet, neue Produkte entwickelt und in Produktion gebracht und mehr. Wer in welches Projekt wieviel investiert hat, bleibt dabei eher unbekannt: Die Geldgeber aus dem Schwarm werden nicht ausdrücklich genannt. Schwarmfinanzierung hat mit Werbung nichts zu tun, sondern ist eine stille Angelegenheit.

Großes Geschäft im Internet

Die Vorteile des Crowdinvesting sprechen für sich: Die Projekte sind bereits durch Experten geprüft, der Kleinanleger oder die Kleinanlegerin muss sich also nicht mit den entsprechenden Märkten, den Rahmenbedingungen, Gewinnaussichten oder anderem auseinandersetzen. Die Anlagen sind für einen bestimmten Zeitraum gebunden, sie können nicht, wie bei Aktien etwa, innerhalb von Minuten gehandelt werden.

Meist sieht Crowdinvesting eine Mindestanlagezeit von einem bis drei Jahren vor, damit die Projekte wirklich zuverlässig finanziert werden können. In dieser Zeit ist das angelegte Geld gebunden, was sich gerade für Kleinanleger schon wieder zum Nachteil auswirkt: Geht die Waschmaschine kaputt oder wird ein neues Auto nötig, können die Gelder nicht abgezogen werden. Es gibt zwar inzwischen schon zaghafte Versuche, auch diese Kleinstanlagen zu handeln – so wirklich rund läuft das aber noch nicht.

Crowdinvesting ist zwar mit weniger Risiken verbunden als manche andere Anlageformen, risikofrei ist es dennoch nicht. Scheitert ein Projekt, wird ein über Crowdinvesting finanziertes Unternehmen nie „flügge“, sondern insolvent, und es ist unter Umständen das ganze Geld weg. Denn eine Absicherung gibt es nicht, zuerst werden die Interessen von Banken und größeren Investoren bedient, dann der Schwarm.

Wer sich für Crowdinvesting als Anlageform entscheidet, sollte also grundsätzlich nur so viel investieren, wie er oder sie als Totalverlust wirklich verkraften könnte. Und je höher die versprochene Rendite ausfällt, desto höher ist auch bei dieser Anlageform das Risiko. Generell arbeiten die Plattformen, die Crowdinvesting anbieten, durchaus seriös – auch sie sind als gewinnorientierte Unternehmen angelegt und verdienen nichts, wenn die Projekte alle platzen. Trotzdem können auch sie nicht alle Entwicklung voraussehen, die ein Projekt in irgendeiner Art und Weise beeinflussen können.

Exporo hat sich auf Crowdinvesting für Immobilien spezialisiert. Ob aber eine Immobilie erfolgreich saniert, umgebaut, aufgekauft und verkauft oder neu gebaut und gewinnbringend verkauft werden kann, hängt auch von anderen Entwicklungen ab. Beispielsweise davon, wie sich der Stadtteil entwickelt. Aktuell ist unklar, inwieweit der Brexit Auswirkungen auf den Immobilienmarkt von Frankfurt am Main hat.

Kommt es zu weiter steigenden Mietpreisen, einer noch stärkeren Nachfrage an Wohnraum?  Diese Entwicklung war vor 2 Jahren für Kleininvestoren nicht zu ahnen. Der Wandel von Stadtteilen, Gentrifizierung und sogar die Entwicklung einzelner ortsansässiger Unternehmen können Immobilien beeinflussen. Das ist nicht komplett vorhersehbar, und das ist eben das Risiko, dass die Anleger und Anlegerinnen beim Crowdinvesting übernehmen.

Tipps für Schwarminvestoren/-innen

Projekte sollten trotz des Services durch die anbietenden Plattformen gründlich geprüft werden. Es gibt oft einen Grund, warum die Projekte nicht auf herkömmlichen Weg über Großinvestoren und Banken finanziert werden, und dieser Grund sollte nicht das hohe Risiko sein. Investiert werden sollte grundsätzlich nur so viel Geld wie man als Totalverlust verkraften könnte. Und dieser Betrag sollte möglichst weit gestreut werden über verschiedene Projekte mit unterschiedlichem Risiko.

4 Responses to “Crowdinvesting – Ideale Anlageform für Kleinanleger?”

  1. Crowdinvesting zeigt den Weg, wie man mit wenig Kapital immer noch sinnvoll anlegt, und alles funktioniert ganz einfach.

    • Blub sagt:

      @Bankenmärchen: Was für einen Quatsch schreibst du da? Oder sollte es Ironie sein?!

      Man hat ja gesehen, dass z.B. Cashfix von heute auf morgen und ohne Vorzeichen insolvent war.
      Cashfix gab die Ware nicht zurück und die Investoren haben ihr Geld nicht mehr gesehen.

      Weitere Beispiele der letzten 3? Jahre gefällig?
      Unternehmen – Pleite – investierte Summen
      Tollabox -2015 – 600.000 Euro
      Vibewrite – 2014 – 560.250
      foodieSquare – 530.000 Euro
      Paymey – 2014/2015 – 400.000 Euro
      Sommelier Privé – Mitte 2014 – 300.000 Eur
      Zapitano – 106.895 Euro
      betandsleep – Mitte 2013 – ca. 100.000€
      BluePatent – 2014 – 100.000€
      Caramelized – 100.000€
      easyCard – 100.000€
      goodz – Mitte 2014 – 100.000 Euro (wollten angeblich kurz vor der Pleite noch über 300.000 einsammeln)
      sporTrade – 2014 – 100.000 Euro
      Tampons for you – Mitte 2014 – 100.000 Euro
      fraisr – 2014 – 47.601 Euro (wollten eigentlich maximal 300.000 Euro einsammeln)
      SponsoRun – 73.935 Euro
      und Cashfix
      hier gehts endlos weiter:
      http://crowdstreet.de/2014/01/30/liste-der-crowdfunding-problemfaellen/

      Auffällig ist, dass die meisten Startups viel Geld einsammeln und sich kaum 3 Jahre auf dem Markt halten.
      Und OH WUNDER!: Dann wird die Insolvenz durchgeboxt, das Geld verschwindet, der Geschäftsführer wechselt auf einen Mitarbeiter und der Betrieb läuft weiter. Bestes Beispiel Cashfix. Fette Gehälter in den ersten drei Jahren kassieren, den Laden vor die Wand fahren und dann so tun als ob nichts gewesen wäre.

      Auch wenn man „nur“ 30€ investiert, so ist das Geld verloren.
      Investiert lieber die 30€ in Dividenden-Aristokraten!

  2. lubo sagt:

    Crowdinvesting funktioniert nur als absolute Nebeninvestition. Dabei muss man sich bewusst sein, dass das eingesetzte Kapital hochgradig gefährdet und für lange Zeit nicht abrufbar ist. Persönlich investiere ich bei Companisto in Start-Ups. Das sind Life-Time Beteiligungen, die mindestens 7(!) Jahre gebunden sind. Ab 5€ kann man investieren.

    Man sollte definitiv die Beträge klein halten und sich genau überlegen, ob und warum man das Projekt unterstützen möchte. Ich habe für mich ein Bewertungs- und Beteiligungssystem kreiert. Danach handle ich auf Grundlage einer bewussten und breiten Streuung.

  3. Andreas S. sagt:

    Companisto weist ausdrücklich darauf hin, das man sich beim Crowdfunding ein breit aufgestelltes Portfolio einrichten soll, da die Insolvenz einiger Unternehmen von vornherein eingeplant werden muß und man dann durch den Gewinn der erfolgreichen Unternehmen eine positive „Durchschnittsrendite“ erwirtschaftet. Crowdfunding ist sozusagen eine Art Lotto für Wohlhabende, die mit Spielgeld die Innovationen einiger Entrepreneurs unterstützen wollen und auf eine Microsoft oder Facebook hoffen …

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