Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

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Bringt die Zukunft den Roboter in die Bank?

Die Digitalisierung wird zukünftig auch den Bankensektor gehörig umwälzen. Einerseits nimmt das Filialsterben der Bankfilialen weiter in großem Tempo zu, andererseits sollen Bankberater zukünftig durch Roboter, auf neudeutsch „Robo Advisor“, zukünftig ersetzt werden. Dies sind Anzeichen für einen schnellen Innovationsprozess der sogenannten FinTech-Unternehmen, die mächtig auf das Gaspedal drücken um den Wandel in der Finanzindustrie endgültig einzuläuten.

FinTech steht für Financial Technology - darunter fallen alle elektronischen Technologien rund um das Thema Finanzdienstleistung. Die Start-ups und Unternehmen im FinTech-Segment wildern meist in den Geschäftsfeldern der angestammten Banken und Versicherungen. Die Bandbreite der Firmen im Segment reicht von mobilen oder webbasierten Zahlungssystemen über Kontoverwaltung bis zu Anlagekonzepten und -strategien.

Solche Gedankenspiele sind nicht mehr weit weg von der Realität. Das Retailbanking, sprich die Privatkundenbetreuung, kann heutzutage fast schon komplett online abgedeckt werden. Von der Kontoeröffnung über Depot, Steuer und Anlageallokationen mit verschiedenen Anlageklassen – alles kann online abgeschlossen und verwaltet werden. Einfach, problemlos und schnell geht die Abwicklung.

Ein Manko sehe ich allerdings doch in der zukünftigen Entwicklung: den persönlichen Austausch mit einem Ansprechpartner in der Bank halte ich für essentiell wichtig und nicht ersetzbar. Der Aufbau von Vertrauen in die andere Person und der individuelle Austausch zwischen zwei Menschen sind entscheidende Faktoren bei einer Beratung des Kunden. Des Weiteren ist Diskretion eine der obersten Prämissen in der Betreuung von Kunden.

Wer spricht auch schon gerne mit einem Computer über seine Finanzen? Wer gewährleistet die Sicherheit der Daten und den Schutz der Person, falls der Roboter in falsche Hände gerät?

Natürlich fehlen bei dieser Interaktion die menschlichen Züge, die ein Roboter nicht hat. Aber gerade Gefühle spielen beim menschlichen Miteinander eine wesentliche Rolle. Insofern bleibt abzuwarten, ob sich der Robo Advisor durchsetzen wird. Realistisch erscheint mir, dass der Roboter eine nützliche Zusatzfunktion erfüllt; er übernimmt zum Beispiel Verwaltungsfunktionen für ein Anlagedepot, er erstellt Verträge und bietet Informationen zur Produktpalette.

Aber einen Berater in Fleisch und Blut komplett ersetzen? Das traue ich dem Roboter einfach nicht zu. Seinen Platz findet er wie oben erwähnt bei automatisierten Vorgänge in der Abwicklung und Bereitstellung von Dokumenten, Verträgen etc..

Fazit

Ich halte die hundertprozentige digitale Durchdringung und Automatisierung des Finanzsektors für nicht wünschenswert, denn auch dieses System ist fehleranfällig. Das Vertrauen in den Kollegen Computer ist ja ganz schön, aber ein Fehler im Algorithmus eines Programms, ein Kurzschluss beim Strom und schon sind die Probleme vorprogrammiert.

Es gilt, den Spagat zu schaffen zwischen den Vorteilen der digitalen Welt und den Vorteilen der herkömmlichen, der realen Welt. Der forsche Drang der FinTech-Unternehmen, die Bankenwelt zu revolutionieren könnte auch nach hinten losgehen. Eine Roboterkompanie, die mich und meine Finanzen durchleuchtet, möchte wohl kein normaler Mensch auf Dauer haben. Punkt aus, basta.  Man darf gespannt sein, was die weiteren Entwicklungen ergeben.

Zum Autor

Mein Name ist Florian Müller und ich wurde 1984 geboren. Mein Studium der Betriebswirtschaft schloss ich im Jahre 2012 mit dem akademischen Grad des Diploms erfolgreich ab. Bereits während meines Studiums sammelte ich als Autor umfassende praktische Erfahrungen in der Finanz-Branche. Fasziniert von der Börse setzte ich mich mit Warren Buffett und dessen Anlagestrategie, dem Value Investing, auseinander.

Mittlerweile setze ich mich seit über 10 Jahren mit dem Thema Börse auseinander. Derzeit arbeite ich bei einer unabhängigen Vermögensverwaltung in Frankfurt am Main und betreue dort wohlhabende Kunden.

Nebenbei habe ich den eigenen Blog www.boerseneinmaleins.de, mit dem ich „Otto Normalverbraucher“ über die Grundlagen zielgerichteten Investierens informiere. Zusätzlich kommt dieses Jahr mein erstes eBook raus mit einer Bedienungsanleitung für den Otto Normalverbraucher, wie man Geld anlegt.

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