Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )
Werben im Blog
Datenschutzerklärung / Impressum

Die ewigen Regeln der Finanzberater

Nachfolgend ein Gastartikel von Dr. Borkner-Delcarlo – Autor des Buches „Finanzberatung? Nein Danke! Ohne Ratgeber erfolgreich investieren„.

——

Im allgemeinen Geklapper der Börsenwelt haben sich einige grundlegenden Regeln herauskristallisiert, die ich etwas näher beleuchten möchte.

  1. Verlieben Sie sich nicht in Ihre Aktien
    Doch, genau das sollten Sie tun, verlieben Sie sich in Ihre Aktien. Ja, Sie lesen richtig. Auch wenn alle Experten Ihnen das genaue Gegenteil erzählen, wenn Sie nicht von Ihren Produkten, von den Produkten Ihrer Unternehmungen überzeugt sind, dann werden Sie den kurzlebigen Kursentwicklungen der Börse ausgeliefert sein, denn dann werden Sie niemals begreifen, welches Potential in Ihren Unternehmungen steckt. Sie werden der Versuchung erliegen, bei fallenden Kursen Ihre Titel zu verkaufen, weil alle Welt sie verkauft, und Sie werden bei einem hohen Kurs Ihrer Werte nicht nachkaufen, weil sie Ihnen zu teuer erscheinen. Sie werden auf einen günstigen Einstiegskurs warten, der gewiss auch kommen kann, von dem Sie jedoch niemals wissen können, ob und wann er kommen wird. Denn wenn’s kurios zu geht, dann wird Ihnen ein vermeintlich zu teurer Einstiegskurs weglaufen und Sie werden das Nachsehen haben. Der allseits so beliebte Stop Loss wird dann zu einem Stop Win und das ebenfalls populäre setzen auf ein Limit, wird zum „verdammt jetzt habe ich die Aktie doch nicht bekommen“.

    Fast jeder Finanzberater wird Ihnen sagen: „Setzen Sie in jedem Falle ein Stopp Loss, um vor zu großen Verlusten geschützt zu sein.“ Das ist Unsinn, denn wenn der Kurs kurz nach Ihrem Verkauf in eine andere Richtung als die von Ihnen erwartete läuft, dann werden Sie Gewinne verpassen und sich ärgern. Mir ist das ständig passiert und seit einigen Jahren lasse ich es einfach.

    Ein Beispiel zum Thema Stopp Loss!

    Als vor Jahren die BSE-Krise durch alle Medien ging, da stürzten die Aktien von McDonalds in den Keller. Niemand wollte sich mit der gefährlichen Rinderkrankheit anstecken lassen.

    Am 17.05.2002 stand die McDonalds Aktie bei 23,54€. Neun Monate später, mitten in der BSE-Krise fielen die Aktien am 28.02.2003 auf einen Wert von 10,82€. Das ist ein Verlust von mehr als 50%. Aber bereits 2 Jahre später, am 04.03.2005, stand McDonalds wieder bei 27,93€, und am 27.03.2013, stand sie bei 80,85€. Sicher hätte ein Stopp Loss Ihnen einen großen Verlust erspart, aber auch nur dann, wenn Sie am 28.02.2003 wieder eingestiegen wären. Aber …, woher hätten Sie wissen können, dass ab diesem Zeitpunkt die Aktie wieder steigen würde? Sie kannten doch damals die Kursentwicklung nicht.

    Wenn Sie freilich die Aktie gehalten hätten, einfach nur gehalten, bis heute: Ohne finanztechnischen Firlefanz, ohne Stopp und vor allem ohne Loss, dann hätten Sie bei einem Einstandskurs von 23€ Ihre Anteile bis heute fast vervierfacht. Zudem würde die Anlage heute 12% Dividendenrendite bringen, gerechnet vom angelegten Wert. Und das muss Ihnen eine andere Anlageform erst Mal vormachen!

    Wenn Sie doch einmal daran denken einen Stop Loss zu setzen, dann sollten Sie folgendes berücksichtigen: An vielen Börsen wird das Stop-Fishing praktiziert. An der NYSE zum Beispiel werden die Orders wenn sie gesetzt werden unter anderem von sämtliche Members und den Floor Brokers gesehen. Es genügt dann nur eine winzige manipulierte Kursbewegung und schon wird Ihre Order ausgeführt. Kurz darauf steigt der Kurs wieder und Sie haben das Nachsehen. Stop-Fishing kann kaum nachgewiesen werden und ist ein sehr einträgliches Geschäft für die Spezialisten.

    Wenn der Stop nicht an der Börse ausgeführt wird so wird er vom Broker simuliert. In diesem Fall haben nur die Mitarbeiter des Brokers Einsicht ins Stop-Order Buch. Aber auch hier kann ein Missbrauch kaum nachgewiesen werden. Spielen Sie nicht mit bei solchen Spielchen, Sie können dabei nicht gewinnen.

    Als Kleinanleger dürfen Sie nicht auf die Kurse sehen, sondern nur auf die Qualität der Unternehmung selbst. Wenn die gesund ist, dann wird sich der Kurs mittelfristig schon in die richtige Richtung bewegen. Für eine Investition in die Kurse, haben Sie, ich und die allermeisten Kleinanleger zu wenig Sachkenntnis. Wenn Sie wissen, was Sie gekauft haben, dann wird Ihnen der Kurssturz eines Ihrer Titel nicht viel Kopfzerbrechen bereiten, besonders dann nicht, wenn die Dividenden zuverlässig gezahlt und ebenso zuverlässig erhöht werden.

    Ich gebe zu, Liebe ist wohl ein zu starkes Wort, aber ich identifiziere mich schon mit meinen Titeln. Ich lese alle Geschäftsberichte, schaue mir von Zeit zu Zeit die Bilanzen an, beurteile die Wertentwicklung und schaue auch, ob die Produkte, die meine Unternehmung herstellt, gekauft werden.

    Sie sollten nur Aktien von Unternehmungen kaufen, von denen Sie überzeugt sind und das erfordert doch eine gewisse Zuneigung, denn es werden Tage kommen, da wird auch ein Titel wie Procter&Gamble um zwei, drei vielleicht sogar vier Prozent fallen, dann sollten Sie wissen, was sie gekauft haben, dann sollten Sie überzeugt sein, von der Investition. Es könnte sonst geschehen, dass Sie, nervös geworden, die Aktien verkaufen und dann bei einem folgenden Aufschwung das Nachsehen haben. Sehen Sie sich die vergangenen Kursentwicklungen Ihrer Unterneh-mungen an, dann werden Sie beliebig viele Zeitpunkte erkennen können, an denen genau das passiert ist.

  2. Legen Sie nicht alle Eier in einen Korb…
    Das ist eine wenig hilfreiche Börsenweisheit und Sie sollten sie so schnell wie möglich wieder vergessen. In welchen der vielen Körbe wollen Sie Ihr ganzes Geld denn legen? Festverzinsliche Papiere oder Rentenpapiere? Versicherungen? Investmentfonds? Staatsanleihen? Rentenpapiere? Gold? Festgeld? Sollen’s vielleicht Rohstoffe oder Derivate der obskuren Art sein? Verstehen Sie auch nur eines dieser Produkte wirklich? Haben Sie alle Bedingungen der Verträge durchgelesen? Wissen Sie, wann die Rentenversicherer Ihre Betriebsrente kürzen dürfen? Kennen Sie §89 des Versicherungsgesetzes? Wissen Sie überhaupt wie Rentenpapiere funktionieren, welche Anlagen sie enthalten und welche Bonität diese haben?Nein?Ja, warum wollen Sie dann dort Ihre hart erarbeitetes Geld anlegen?Es mag ja Leute geben, die so etwas erfolgreich können, nur…, Sie und ich, wir sind das eben nicht!Glauben Sie wirklich, das Wechseln der Körbe ergibt einen Unterschied, wenn Sie nicht wissen, was in den Körben enthalten ist und wie der Inhalt funktioniert? Jeder Handwerker weiß, dass man die Handgriffe beherrschen muss, um ein Problem zu lösen, nur der Investor, der soll mal so eben sein Geld in verschiedene Körbe werfen, von denen er keine Ahnung hat, was darin enthalten ist, und nur damit das Risiko minimiert wird?Alle, ausnahmslos alle Körbchen leiden an derselben Krankheit: Sie können nicht wissen wie sich der Wert in den einzelnen Körben entwickeln wird. Wir Kleinanleger können eigentlich gar nicht anders als dass wir in Unternehmungen investieren, deren Produkte und Vertriebswege wir kennen. Kaufen Sie Unternehmungen, keine Kurse.Legen Sie Ihre Eier in den Korb mit dem niedrigsten Risiko, und das ist der Korb der die den Konsumwerte enthält. Und zwar legen Sie alle hinein, ausnahmslos alle Eier über die Sie verfügen. Solange Sie nicht über die bewusste Glaskugel verfügen, ist das die beste Strategie die ich Ihnen ans Herz legen kann.Schauen Sie sich das Körbchen mit Werten wie Beiersdorf, Consolidated Edison, P&G, JNJ und McDonaldsan, das ist bisher noch nie zu Boden gefallen und keines der Eier darin ist je zerbrochen.Festgeld ist keine gute Geldanlage, genau sowenig wie Gold. Festverzinsliche Anlagen erwirtschaften zur Zeit einen Gewinn unter der Inflationsrate und vernichten zwar nicht die angelegte Summe, wohl aber den realen Wert Ihrer Investition.

    Gold ist keine Alternative und Sie sollten keines halten, außer als Schmuck für Ihre Gattin. Gold kann auch fallen. Und es ist gefallen. Als ich im Jahre 1978 Gold kaufte, war es sehr billig und stieg kometenhaft dann in ungeahnte Höhen. Nur um dann für dreißig lange Jahre nur noch zu fallen. Haben Sie wirklich so viel Zeit?

  3. Setzen Sie nicht nur auf die Gewinner von gestern …
    Die Gewinner von gestern könnten die Verlierer von morgen sein? Wie lange können Sie denn schon in die ach so sicheren festverzinslichen Papiere investieren? Zwei Jahre, fünf Jahre oder gar doch schon zehn Jahre? Aber ich will konzedieren, die Aussage kann stimmen, denn eine absolute Sicherheit gibt es bei der Geldanlage nicht. Nur dann sollten Sie sich doch einmal die Wertentwicklung der ED Aktie an (Consolidated Edison) anschauen, und zwar über die letzten 158 Jahre. Oder nehmen Sie die Unternehmung Procter & Gamble. Die existiert bereits seit dem Jahre 1837, da war Bismarck noch ein junger Mann, der Sezessionskrieg noch 24 Jahre weit weg und an ein einiges Deutschland dachte damals auch noch niemand. Sehen Sie sich die Unternehmung General Mills an, sie zahlt seit 115 Jahren ohne eine einzige Unterbrechung Dividende. Meinen Sie nicht auch, dass daneben die festverzinslichen Papiere von heute ziemlich lächerlich aussehen? Solche Unternehmungen sind nicht die Gewinner von gestern, auf die können Sie bedenkenlos setzen. Denken Sie daran: Hin und Her macht Taschen leer.
  4. Halten Sie nicht eisern an alten Entscheidungen fest …
    Doch, halten Sie an Ihren Entscheidungen fest. Verlieben Sie sich in Ihre Unternehmungen und verfolgen Sie genau, was das Management so treibt. Denn nur dann werden Sie langfristig erfolgreich investieren können. Wenn Sie in große Werte investieren (und dabei auf alle Technologiewerte verzichten, denn die verstehen Sie und ich sowieso nicht), dann sind Ihre angelegten Gelder relativ sicher. Relativ, denn eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Eine Unternehmung wie Johnson&Johnsonhat eine Marktkapitalisierung, die sogar etwas höher ist als der deutsche Staatshaushalt (ohne Länder) und die Firma existiert seit dem Jahr 1886.Und um Gottes Willen setzen Sie keine Limits oder Stopp Loss Order, so wie von vielen „Experten“ vorgeschlagen, das ist absoluter Blödsinn, damit laufen Sie nur Gewinnen hinterher. Sehen Sie sich die Kursentwicklung der genannten Unternehmungen an und zwar nicht für die letzten drei oder vier Jahre sondern für die vergangenen dreißig bis vierzig Jahre, und Sie werden hunderte von Limit-Kursen entdecken, die alle nur eines bewirkt hätten: Wenn Sie zu den Kursen verkauft hätten, dann hätten Sie zugunsten eines kleinen Gewinns von wenigen Prozenten eine gute Aktie verkauft, die sie nie mehr zu einem besseren Kurs bekommen hätten, Ihnen wäre der Gewinn einfach weggelaufen. Und leider, die psychologische Barriere ist sehr hoch, Aktien teuer zurückzukaufen, die man einmal zu einem geringeren Preis verkauft hatWissen Sie wie der Idealzustand eines Investors sein sollte? Ein ideales Depot haben Sie, wenn Sie Ihre Aktien überhaupt niemals mehr verkaufen können.Wie ist das zu verstehen?Ich könnte jetzt Warren Buffett anführen, der seine Coca Cola-Beteiligung heute gar nicht mehr verkaufen könnte, weil fast die gesamte Anlage nur noch zu versteuernder Gewinn ist, aber ich will das Beispiel etwas niedriger hängen.Ich habe vor Jahren mein Depot nach den in meinem Buch „Finanzberatung? Nein Danke!“, welches nunmehr in dritter Auflage erschienen ist, dargelegten Erkenntnissen aufgebaut und bin mit allen meinen Einzeltiteln souverän mit mehr als 55% im Plus. So hat JNJ 80% zugelegt, Altria233%, PG 61% und so fort. Diese Titel generieren mir ein sehr komfortables monatliches Einkommen. Wissen Sie was geschieht, wenn ich diese Werte verkaufe, weil sie vielleicht im vergangen Jahr nicht so erfolgreich waren? Ich müsste auf 25% meiner Gewinne verzichten. Aber das wäre noch nicht das Schlimmste, denn ich müsste nun mit 25% weniger Kapital Anlagen finden, die mir ein ähnliches Einkommen generieren und das ist, wie Sie sich sicherlich vorstellen können nicht so einfach möglich.

    Titel Dividendenrendite
    Altria 4%
    AT&T 5,71%
    BHP 5,68%
    BP 6,19%
    Coca Cola 2,90%
    Colgate 2,90%
    CommBank 7%
    Consolidated Edison 3,50%
    General Electric 3,70%
    General Mills 3,13%
    Johnson&Johnson 2,80%
    McDonalds 3,70%
    Nestle 3,30%
    Procter&Gamble 3,06%
    Reckitt Benckiser 2,60%
    Vectren 3,06%

Das Problem mit meiner Strategie ist: Sie ist gähnend langweilig und sie braucht Zeit, viel Zeit. Als Anleger muss man sich jedoch entscheiden, ob man nach dem Motto vorgeht „No Risk No Fun“, oder ob man es auf finanzielle Unabhängigkeit abgesehen hat, dies bleibt jedem selbst überlassen.

Viel Spaß beim Investieren


  1. Kostenloser TOP-Dividenden Aktien NewsletterDeine EMail Adresse:

    Wir halten uns an den Datenschutz.
    Kein SPAM. Keine Weitergabe Ihrer Daten.

10 Responses to “Die ewigen Regeln der Finanzberater”

  1. JEH sagt:

    Ein sehr gelungener Artikel, der meine Gedanken widerspiegelt. Danke für die Veröffentlichung!

  2. Alexander sagt:

    Das Gesagte kann ich zu 100% unterschreiben. Leider habe ich zu dieser Erkenntnis mehr als ein Jahrzehnt gebraucht. Ich bin erst durch die eigene Erfahrung dazugekommen. Ich habe in meinem Depot (nicht das neue Rentendepot) einen Titel, der weit über 500% im plus liegt und mir auf das investierte Kapital mittlerweile 23% Dividendenrendite bringt. Warum sollte ich diesen Goldesel verkaufen, nur weil der Kurs schwankt? Das Geschäftsmodell ist intakt und die Zukunft schaut auch nicht schlecht aus. Hätte ich diesen Wert nach z. B. 100% Kursgewinn verkauft, hätte ich das Beste verpasst. Wie der Autor schreibt, Unternehmen kaufen und nicht Kurse. Meine Frau ist viel geduldiger als ich, ihr Depot rentiert bei fast 9% Dividendenrendite und das netto! Trotz Kursschwankungen und Lehmannpleite. Sie fragt nie nach dem Kurs. Sie fragt nur, geht es der Firma gut? Der Rest interessiert sie nicht, außer sie will wieder Geld anlegen. Billig kaufen und dann der Entwicklung den Lauf lassen. Klar hat sie auch mal verkauft, aber nur dann, wenn das Geschäftsmodell nicht mehr tragfähig war. Die guten Werte hält sie Jahre bis Jahrzehnte. Da hab ich am Meisten gelernt.
    Gute Investments.

  3. Fliegerone sagt:

    Hallo,

    guter Beitrag, gefällt mir sehr und läßt sich gut lesen.

    Ich sage immer, wenn jeder vor seinem Handeln ein klein wenig mehr Zeit aufbringt, um über sein Vorhaben nachzudenken, dann würden einige Personen anders handeln, als sie es sich eigentlich vorgenommen haben……also nicht zu schnell den Button „Kaufen“ drücken und sich ein paar Minuten gönnen.

    Viele Grüße
    Raymund

  4. dodo sagt:

    Jo. Schöner Beitrag.
    Kenne Dich vom AB – daher auch ausführlich beschriebenen Hintergrund.
    Neu ist für mich der Titel:
    Commbank
    Passt auch gar nicht zu Deinen sonstigen Anlagegewohnheiten.
    Hauptsächlich Konsumer, NIE Finanztitel, erst recht keine Banken …
    WIllst Du etwas dazu schreiben, warum der Titel dennoch nun bei Dir im Depot zu sein scheint?

    LG

  5. Eins vorab: Die Value Strategie funktioniert.
    Wenn man viel Zeit und Nerven wie Drahtseile hat.

    Haben Sie wirklich den Crash 2000/2001 oder 2008 ausgesessen und dem Eindampfen des Depots auf einen Bruchteil des ursprünglichen Wertes zugesehen, ohne dass Sie sich Sorgen um Ihr Vermögen gemacht haben?

    Wäre es nicht klüger gewesen, im Frühjahr 2000 alle Aktien mit Stops zu versehen, weil es sich abzeichnete, dass es zum Crash kommen könnte?

    Wäre es nicht viel klüger gewesen, die damals verrückt gehypte DTE mit einem Stop zu versehen, anstatt sich den Sturz auf ca. 6% vom Top anzutun?

    Richtig ist, man braucht eine Strategie. Die sollte man auch durchhalten und nicht bei den den ersten Problemen verwerfen. Man kann durchaus Trends erkennen und diese nutzen, man muss nicht über Jahrzehnte mit den gleichen Werten im Markt bleiben. Denn dann erlebt nicht nur den Wiederaufstieg einer Mc Donalds, sondern auch den endgültigen Untergang einer Eastman Kodak oder Commodore oder bei uns den Einbruch von E.On bzw. RWE und Deutsche Telekom.

    Im Moment gibt es viele Anhänger der reinen Value Strategie. Der Markt ist seit 2009 kontinuierlich gestiegen, deshalb wissen viele „Neulinge“ noch nicht, wie es sich wirklich anfühlt, wenn ein Depot in ein paar Wochen 30 % verliert und dann noch einmal 30 % in den nächsten Monaten.
    Ich würde darauf wetten, dass viele dann ihre Aktien in Panik verkaufen werden, wenn es wieder so weit sein wird.

  6. Felix sagt:

    Nur auf Konsumtitel zu setzen, ist mir zu einseitig. Nach den Motto „auch andere Mütter haben schöne Töchter“ nutze ich den gesamten Markt. Ich achte auf eine gewisse Branchen- und Ländermischung. Das ist meine Art der Diversifikation.
    Da ich zudem mein Vermögen nicht zu 100% in Aktien anlegen möchte, investiere ich, wenn auch einen geringeren Anteil in andere Assetklassen, als da sind Immobilien, Anleihen, Festgeld.

    Diese Beimischungen sind mir wichtig, auch wenn sie in den letzten fünf Jahren mit den Wertentwicklungen meine Aktieninvestments nicht mithalten konnten. Es Werden aber auch wieder schlechte Aktienjahre kommen, alles andere wäre ein Wunder .

  7. „Geduld ist die oberste Tugend des Investors“.
    (Benjamin Graham)

    „Jedes intelligente Investieren ist das Investieren in Werte – mehr bekommen als das, wofür Du bezahlst. Investieren ist, wenn Du wenige großartige Unternehmen findest und dann auf Deinem Hintern sitzt. (…) Du machst kein Geld, wenn du Aktien kaufst. Du machst kein Geld, wenn Du Aktien verkaufst. Du verdienst Geld, wenn Du abwartest“.
    (Charlie Munger, Buffetts Partner bei Berkshire Hathaway)

    „Leider“ beschreiben diese Zitate das Wesen des Investierens genau: Ruhe, Geduld, Muße. Du hast es als Langeweile beschrieben. Die „Freude“ bzw. „den Kick“ sollte man sich nicht aus dem handeln, dem Kaufen und Verkaufen, holen, sondern aus dem Analysieren und Bewerten der Aktien. Daraus, DIE Aktie gefunden zu haben, die mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit alle Widrigkeiten übersteht, steigen wird und üppige Dividenden auskehrt. Dann ist das Investieren auch nicht langweilig, auch nicht für Value Anleger und Buy & Hold- Anhänger.

  8. Elmar sagt:

    Diese Regeln kann ich auch nur bestätigen. Wichtig ist, sich vor dem Investment Gedanken über die einzelnen Aktien zu machen, welche man kaufen möchte. Daten und Fakten analysieren und abgleichen. Nur wenn man wirklich zu seiner Entscheidung steht, kann man unruhige Börsenzeiten überstehen. Trifft man Anlageentscheidungen aus dem Bauch heraus, stellt man diese bei der nächsten Korrektur mit Sicherheit schnell in Frage.
    Sobald das Depot eine gewisse Anzahl Positionen erreicht hat, relativiert sich in meinen Augen der Stop-Loss. Selbst bei einem Totalvelust eines einzelnen Titels ist die Gesamtbelastung des Depots ja nach Größe überschaubar.

  9. Simon sagt:

    Hallo und vielen Dank für die wirklich hilfreichen Artikel zum Thema Aktien und Dividenden!

    Ich bin auf dem Gebiet leider noch ein absoluter Neuling und habe mich bisher nicht an Aktien getraut. Für dieses Jahr habe ich mir aber vorgenommen, einen gewissen Betrag, den ich die nächsten Jahre entbehren kann, zum ersten Mal in Wertpapiere zu investieren. Leider bin ich mir immer noch unsicher, an welchen Partner ich mich wenden soll. Einen Broker, meine Hausbank, …Da brauche ich unbedingt noch viel mehr Hintergrundwissen. Daher werde ich auf diesem Blog auf jeden Fall öfter vorbeischauen.

    Viele Grüße!

  10. Matthias sagt:

    Vielen Dank für Deinen interessanten Artikel! Würde hier auch nahezu alles unterstreichen! Nur eine Aussage halte ich persönlich für absolut falsch, nämlich die das Gold nicht zu empfehlen wäre!

    Nur ein paar Punkte dazu:
    1. Können auch Aktien auf lange Zeit fallen – siehe den Nikkei, welcher seit 1989 von über 40.000 auf etwa 10.000 abgeschmiert ist und nun immer noch unterhalb von weit 20.000 umherkriecht.

    2. Ist Gold nach wie vor die „sicherste“ Anlage der Welt bei gleichzeitiger voller Flexibilität und attraktiven Gewinnpotential! So ist der Goldpreis zwischen 1970 und 2010 im Jahr um durchschnittlich 9,5% gestiegen und dies im Übrigen bei Anlagegold steuerfrei! Nach Steuern hat dies bspw. nicht mal der S&P500 Index geschafft! Doch wie gesagt, geht es bei Gold in erster Linie um Sicherhei! Im Jahre 2008 wäre bspw. der Euro – bitte nicht vergessen – beinahe kollabiert. Wäre dies geschehen, hätte man Gold in kleinen Einheiten – wie 1945 bis 1948 – als Krisenwährung einsetzen können!

    Dennoch hat Gold natürlich einen großen Nachteil: Es zahl keine Dividenden! Doch allein schon als Absicherungsmittel und Gegengewicht sollte es nach meiner Meinung in jedes gesunde Vermögensportfolio dazugehören!

    Schöne Grüße aus Schwerin

    Matthias

Leave a Reply to Michael C. Kissig

Wir benutzen Cookies, um so das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie die Webseite weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Ich habe verstanden ✖