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Finanzmarktsteuer trifft vor allem Privatanleger

Soeben habe ich den Artikel Staat will mehr Geld Die Finanzmarktsteuer trifft vor allem Privatanleger gelesen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande wollen die Finanzmarktsteuer möglichst noch vor der Europawahl am 25. Mai auf den Weg bringen. Finanzminister Wolfgang Schäuble will die Steuer schrittweise einführen und zuerst mit der Besteuerung des Aktienhandels beginnen. Allein in Deutschland soll die Steuer dem Staat 12 Mrd. Euro einbringen.

Neben Frankreich und Deutschland planen neun weitere EU-Länder, die Steuer zu erheben. Demnach soll in Zukunft bei jedem Kauf und Verkauf von Aktien eine zusätzliche Steuer von 0,1 Prozent anfallen. Bei Derivaten sollen es lediglich 0,01 Prozent. Offensichtlich bedroht der Aktienhandel die Stabilität des Finanzsystems wesentlich mehr als der Derivate-Bereich, weshalb der Aktienhandel auch zehnmal so hoch besteuert werden soll. Dabei beläuft sich das Derivate-Volumen auf mehr als 600 Billionen Dollar. Das entspricht dem 8fachen des Bruttoinlandsprodukts der gesamten Welt für 2013.

Der zweite Absatz ist das wichtigste, wenn man als Anleger die Finanzmarktsteuer akzeptiert, so wie die Abgeltungssteuer. Für mich auch unverständlich, dass man auf den Verkauf von Aktien eine zusätzliche Steuer von 0,1 Prozent zahlen soll, jedoch auf Derivate nur 0,01 Prozent.

Wie soll das Image der meisten Deutschen in Bezug auf die Börse „Casino“ geändert werden, wenn man die Spekulation mit Optionsscheinen und Knockout Scheinen geringer besteuert, als Aktien?

  • Würde Dich die Finanzmarktsteuer abhalten weiterhin an der Börse aktiv zu sein? (z.B. Aufbau langfristiges Dividenden Depot)
  • Würdest Du trotz Finanzmarktsteuer an der Börse weiterhin traden wollen? Lohnt es sich dann noch?

Hier noch ein sehr gutes Interview vom DAF Channel zum Thema Finanzmarktsteuer:

8 Responses to “Finanzmarktsteuer trifft vor allem Privatanleger”

  1. Martin sagt:

    ich denke mal nach der Wahl wird man von dieser Steuer wenig hören, Schäuble weiss ganz genau, er kann sie überhaupt nicht einführen, da sie gegen EU-Recht verstößt

  2. Rico sagt:

    0,1%… Wenn ich Aktien kaufe, zahl ich etwa 1 Prozent Gebühren an die Bank. Und da soll mich dann bei 10 Euro Kosten der 1 Euro noch abhalten? Das zahlt der Privatanleger eh immer drauf durch den Spread. Mich juckt das alles also gar nicht… Nur Stimmungsmache von den Großinvestoren. Wenn die von 10 Millionen plötzlich zusätzlich 10.000 Euro Steuern zahlen müssen, tut das natürlich ein bissl mehr weh…

    • BadBanker sagt:

      In Frankreich beträgt die Steuer m.W. mit 0,2% schon das Doppelte und trifft auch deutsche Anlager.

      Warum also nicht noch einmal eine Verdopplung, wenn ohnehin feststeht, dass sich durch die Steuer die Spekulation (zumindest bei Aktien) nicht verringert. Oder noch einmal das Doppelte.

      Wie hoch war noch einmal der Sparerfreibetrag bei der Einführung und wie hoch ist jetzt? Wie war das bei der Mehrwertsteuer?

      Wehret den Anfängen.

  3. DERKRIGR sagt:

    Derivate sind idR Hebelprodukte. Die Steuer ist aber auf das Underlying ausgericht.

    Ein Beispiel aus dem Forex. Ich kann bei meinem Broker 100.000 € durch Hinterlegen von 1000 € handeln. Kaufe ich jetzt bspw. für 100.000 € USD und hinterlege diese 1000 €, dann wird die Steuer auf die 100.000 fällig und nicht auf die 1000.

    Analog ist es bei Futures und Optionen.

  4. Micha sagt:

    Nabend,

    die 0,01 beziehen sich auf den Gegenwert des Underlyings ..
    Etwas mehr Recherche bitte 😀

    Grüße Micha

  5. Fliegerone sagt:

    Hallo Markos,
    ich werde natürlich weiterhin an der Börse tätig sein, da sind wir wohl auch einer Meinung, da der Betrag einen nicht „umbringt“, allerdings find ich es nicht gut. Wenn man an der Börse Geld verdient wollen alle den Quell anzapfen, wenn man Verluste macht sieht die Welt schon anders aus, denn man ist ja selbst Schuld, dass man mit so „brisanten“ Papieren handelt……es bleibt immer so.
    Wie soll sich die Bevölkerung mehr zu Aktien hinweden, so wie es ausschaut, werde sich evtl. mehr abwenden.
    Viele Grüße
    Raymund

  6. Ich denke mit Derivaten wird öfter und schneller gehandelt, Wahrscheinlich auch höhere Beträge.
    Insofern wird die 10x kleiner Besteuerung am Ende mehr in die Kassen spülen.

    Für den langfristigen Depotaufbau sind die 0,1% Steuer zwar doof (weil es zusätzliche Kosten sind). aber in Summe ist der Betrag doch tragbar!
    Ich würde deswegen nicht aufhören, Aktien zu kaufen, denn es gibt keine Alternative zu Aktien!

    Beste Grüße
    D-S

  7. Andreas sagt:

    Die 0,1% sind erst der Anfang. Genau wie beim Soli wird damit eine Steuer etabliert die man zukünftig beliebig erhöhen kann.

    Am Beispiel der Mwst. sieht man wie der Staat hiermit eine Stellschraube zur weiteren Kontrolle und Ausbeutung der Bürger schaffen wird.

    1. Januar 1968 – 30. Juni 1968 10 %
    1. Juli 1968 – 31. Dezember 1977 11 %
    1. Januar 1978 – 30. Juni 1979 12 %
    1. Juli 1979 – 30. Juni 1983 13 %
    1. Juli 1983 – 31. Dezember 1992 14 %
    1. Januar 1993 – 31. März 1998 15 %
    1. April 1998 – 31. Dezember 2006 16 %
    seit 1. Januar 2007 19 %

    http://goldsparplan.wordpress.com/2010/05/19/die-entwicklung-der-mehrwertsteuer-in-deutschland/

    Somit bleibt nur die persönliche Kompensation des Raubrittertums durch das Ausnutzen möglicher Schlupflöcher.
    Aus der „Steuersünder CD“ wird somit immer mehr eine „Steuersünder DVD“ 😉 .

    .

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