Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

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Kennen Sie Newspeak?

Nachfolgend ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo:
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Nun, allen, die damit nichts anfangen können, sei das Buch „1984“ von George Orwell empfohlen.
Doch lassen Sie mich kurz zitieren, was Newspeak wirklich bedeutet.

„Newspeak bezeichnet die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte
Sprache. Das Ziel dieser Sprachpolitik ist es, die Anzahl und das Bedeutungsspektrum der Wörter
zu verringern, um die Kommunikation der Bevölkerung in enge, kontrollierte Bahnen zu lenken.
Durch die neue Sprache soll die Bevölkerung so manipuliert werden, dass sie nicht einmal an
Widerstand denken kann, weil ihr die Worte dazu fehlen.“

Was hat das alles mit Ihrer dividendenorientierten Anlagepolitik zu tun?
Auf den ersten Blick wohl nichts, sieht man sich jedoch die Steuer- und Sozialpolitik der jeweiligen
Regierungen an, dann kommt zumindest mir ein bestimmter Verdacht.

Um eine kapitalgedeckte Eigenversorgung aufzubauen, braucht man natürlich Geld. Je jünger man
ist, desto weniger, je älter um so mehr. Das ist auch vernünftig, weil Zeit eben wirklich Geld ist und
das im positiven Sinne. Und irgendwie geht es schon gerecht zu, denn zu Beginn eines
Arbeitslebens verdient man wenig, hat jedoch noch viel Zeit vor sich, zum Ende des Arbeitslebens,
verdient man meist mehr, hat dafür jedoch weniger Zeit zur Verfügung. Wer also mit Vernunft an
die Sache mit der Rente herangeht, sollte es eigentlich schaffen, eine private, durch Dividenden
gedeckte Rente zu erwirtschaften.

Jeder ist seines Glückes Schmied, sagt ein altes Deutsches Sprichwort. Und das würde auch gelten,
wenn da nicht der Gedanke wäre, den Wohlstand eines Landes, ohne Berücksichtigung der Historie
des Einzelnen, gleichmäßig auf alle Bürger zu verteilen.

Denn wer zu Beginn seines Lebens nicht schmiedet, sich keine Gedanken macht, was im Alter
einmal sein wird, der kann sich auf der Vorsorge und den Leistungen anderer ausruhen und das ist
doch ein schöner Gedanke, möchte man meinen.

Wann immer der Staat in die Belange der Bürger eingreift, wird es zu Konflikten kommen, weil
eben eine Planwirtschaft mit einer freien Wirtschaft nicht zu vereinen ist.

Doch lassen wir mal die eigenen Befindlichkeiten außer acht, die ja meist emotional gefärbt sind
und somit oft einer rationalen Überprüfung nicht standhalten. Denn heute muss man leider mit
einem anderen Faktum rechnen, welches den Aufbau eines Kapitalstocks fast unmöglich macht.
Und das ist der Newspeak, der von staatlicher Seite dem Bürger vorgebetet wird.

Der durchschnittliche Steuersatz in Deutschland beträgt 27,5% das scheint auf den ersten Blick
nicht viel zu sein, doch rechnet man die Sekundärsteuern und Abgaben hinzu, dann sieht das Ganze
gar nicht mehr so freundlich aus, denn bei jedem Einkauf im Supermarkt, werden noch einmal 19%
fällig. Und muss man wieder einmal an der Tanksäule Halt machen, dann werden weitere 61%
Steuern fällig (Stand 2013).

Bei der Mineralölsteuer hat sich der Gesetzgeber einen besonderen Trick einfallen lassen, um die
Mehrwertsteuer zu berechnen, denn für das Benzin beträgt diese Steuer zwar auch nur 19 Prozent,
für deren Berechnung wird bei Kraftstoffen jedoch nicht nur der reine Warenwert als Basis
genommen, sondern der Preis plus der Mineralölsteuer. Und da die Steuer bereits 61% des
Literpreises ausmacht, zahlen Sie in Wahrheit 38,77% Mehrwertsteuer auf das Produkt „Benzin.“
Sie zahlen also Steuer auf Steuern. Hinzu kommt noch die so genannte Erdölbevorratungsabgabe in
Höhe von 0,46 Cent pro Liter hinzu. Und damit erhöht sich die gesamte fiskalische Belastung bei
Mineralölprodukten auf eben diese 61%.

Und unter Newspeak verstehe ich, wenn der Staat den Mineralölgesellschaften vorwirft, sie würden
den Preis in die Höhe treiben, obwohl es doch der Staat selbst ist, der daran den höchsten
Gewinnanteil einbehält. Die Mineralölgesellschaften verdienen, zieht man die hohen Kosten vonIhnen nach Steuern und Abgaben noch übrig bleibt,
um für eine vernünftige Kapitalvorsorge Geld zurückzulegen?

Aber ich will meine Leser nicht mit unnötigem Zahlenwerk langweilen, sondern nur auf die
versteckte Intention hinweisen.

Was sind die Interessen des Staates?
Die Interessen eines jeden Staates, einer jeden Ideologie, jeden politischen Handels ist, war immer
gewesen und wird immer sein: Die Kontrolle der Sklaven, Untergebenen, Leibeigenen, der Masse
des so genannten „Kleinen Mannes“. Das einzige, was sich im Verlauf der Jahrtausende geändert
hat, war die Effizienz dieser Kontrolle.

Ein Grundherr schickte seinem entlaufenen Leibeigenen einen Häscher hinterher, bestrafte ihn vor
aller Augen und reihte ihn wieder ein, in die Reihen der Arbeitenden. Im Sozialismus wurde die
menschliche Arbeitskraft zum Staatseigentum gemacht, wer sich der Arbeit entzog musste mit
drakonischen Strafen rechnen. Das ist leider nur wenigen bekannt, auch ehemaligen DDR-Bürgern
nicht, deshalb hier ein Auszug aus §249 des Strafgesetzbuches der DDR:

§ 249. Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten. (1) Wer das
gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, dass
er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist,
wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Arbeitserziehung oder mit
Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf
staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden.

Jeder Staat möchte seine Bürger gern im Land behalten, damit sie ihm als Steuerzahler nicht
abhanden kommen. Hierzu bedient er sich des Newspeak. So verlangt er stets mehr Geld, weil die
Solidargemeinschaft es so erfordert. Er appelliert an den Gemeinsinn, wenn er wieder einmal die
Sozialabgaben erhöhen will, er verlangt Opfer von den Beitragszahlern, wenn die Rentenbeiträge
erhöht werden sollen, und Opfer von den Rentnern, wenn die Renten gesenkt werden müssen. Er
kürzt die Renten und führt als Ersatz die Riesterregelung ein. Die erlaubt es dem Bürger das Geld,
welches der Staat ihm zuvor weggenommen, steuerbegünstigt noch einmal auszugeben. Und der
Bürger dankt ihm dafür, rennt treu zu Versicherungen und Banken, um Riester-Produkte
abzuschließen!

Es ist Newspeak, wenn der Staat vorschlägt, sich doch um eine private Vorsorge zu kümmern, er im
Gegenzug dem Arbeitnehmer ständig das Geld entzieht, mit dem er das auch tun könnte.

Es ist Newspeak, wenn der suggeriert, dass eine Pflichtkrankenkasse einen gleiche Behandlung für
alle gewährleistet. Dabei dient eine solche Kasse nur dem Eintreiben neuer Geldmittel, oder dem
Entzug von Geldmitteln, die der Einzelne nun nicht mehr für die Privatvorsorge verwenden kann.
Und selbstverständlich wird auch bei einer einheitlichen Pflichtkrankenkasse die Behandlung beim
Arzt nicht gleich für alle sein, oder glauben Sie wirklich, die staatlichen Kassen werden jedem, der
das möchte oder gar nötig hat, eine Operation in der Mayo-Klinik bezahlen?

Es ist Newspeak, wenn der Staat eine Maut für Autobahnen beschließt, obwohl zu Zeiten Franz
Josef Strauß' eine solche Maut vom Obersten Gericht bereits als grundgesetzwidrig abgeschmettert
wurde, weil die Autobahnen in Deutschland eben steuerfinanziert sind und vom Steuerzahler nicht
verlangt werden kann, sie noch einmal zu bezahlen.

Es ist Newspeak, wenn der Staat mit dem Hinweis auf die Solidargemeinschaft ständig die
Sozialabgaben in die Höhe schraubt, die Renten von dereinst (2005) von 72% auf 53% des
Durchschnittseinkommens senkt.

Es ist Newspeak, wenn der Staat mit dem Hinweis auf die Solidarität, die Renten pauschal
besteuert, die er bereits (bis 2005) besteuert hat.

Es ist Newspeak, wenn der Staat einem Mann mit 25 Arbeitsjahren im Falle der Arbeitslosigkeit nur
18 Monate den angemessenen und bereits selbst bezahlten Unterhalt versagt, mit dem Hinweis auf
Gerechtigkeit.

Der Staat begründet alle diese Maßnahmen mit dem demografischen Wandel, mit neuen
Medikamenten und Verfahren, die schließlich bezahlt werden müssen, mit der Notwendigkeit, die
Straßen zu sanieren, obwohl er nur einen Bruchteil der Einnahmen aus der Mineralölsteuer für den
Erhalt der Straßen ausgibt.

Doch der eigentliche und versteckte Hintergrund ist ein völlig anderer, und den versteckt der Staat
fein und heimlich vermöge Newspeak vor seinen Bürgern: Er möchte die Kontrolle über seine
Leibeigenen nicht verlieren und das funktioniert nur, wenn er den Bürgern die Mittel zur
Unabhängigkeit entzieht. Glauben Sie nicht?

Versuchen Sie doch mal ein Domizil in einem anderen Land zu finden, wenn Sie zu Hause ein
staatlich gefördertes Eigenheim zu bezahlen haben, wenn Sie eine PV-Anlage betreiben, die sie bei
Einkünften von wenigen 100€ zu einem steuerpflichtigen Unternehmer macht, wenn Sie
Riesterrente beziehen, die, da staatlich gefördert, nur für genehmigte Projekte und Lebensweisen zu
verwenden ist? Sehen Sie nach, in Ihren Unterlagen, welche Förderungen und Vergünstigungen Sie
vom Staat erhalten. Aber alle diese Vergünstigungen bekommen Sie nur, wenn Sie sich wieder
etwas mehr der Kontrolle des Staates unterwerfen, wenn Sie bereit sind, immer etwas mehr Ihrer
universellen Freiheit aufzugeben.

Versuchen Sie sich einmal eine Situation vorzustellen, die Sie völlig unabhängig macht. Sie werden
sich wundern, wie wenig Spielraum Sie tatsächlich besitzen.

Heute sind es nicht mehr die Häscher des Grundbesitzers, die Sie in das Joch ständiger
Abhängigkeit zwängen, heute ist es auch nicht mehr der „Imperialistische Schutzwall“ (so nannte
die DDR die Mauer), der Sie zwingt, im Lande zu bleiben, heute sind es die Förderungen,
Vergünstigungen, Darlehen und Steuervorteile, die es Ihnen unmöglich machen werden, Ihr Leben
dort zu genießen, wo Sie gern leben möchten.

Aber der perfideste Ausdruck von Newspeak, ist die Abschaffung des Bankgeheimnisses. Vor
Jahrzehnten noch als Errungenschaft gepriesen, heute bei den Leibeigenen verpönt. Dabei wird
vergessen, dass es nicht die Aufgabe eines freien Bürgers ist, dem Staat zu beweisen, dass er
unschuldig ist, es ist Aufgabe des Staates zu beweisen, dass jemand schuldig ist.
Die Kontrollwut des Staates hat dank moderner Technologie ein Ausmaß angenommen, von der
Feudalisten, Lehensherren und Sklavenhalter der Vorzeit nur zu träumen wagten.
Aber der Staat schafft sich sein Wählerpotential selbst, indem er stets mehr Abhängige schafft. Und
die dummen Leibeigenen merken meist gar nicht, wie sie manipuliert werden.
Wenn bei einer Umfrage 75% aller Bürger sich für eine Steuererhöhung aussprechen, dann ist das
natürlich die Mehrheit, wenn jedoch dieselben 75% bei einer anderen Umfrage zu erkennen geben,
dass sie glauben, davon nicht betroffen zu sein, dann gewinnt die Aussage der ersten Umfrage doch
ein völlig anderes Gesicht. Es ist eben stets leicht, über das Vermögen anderer zu entscheiden,
solange man nur selbst nicht betroffen ist.

Ich habe gelesen, dass 67% der Bevölkerung für eine Begrenzung der Managergehälter eintreten.
Nun gut, wenn der ehemalige Chef von Worldcom sich ein Gehalt von stolzen $220.000.000
genehmigt hat, dann ist das schon zu hinterfragen, aber ebenso klar ist, dass von diesen 67% der
Befragten wohl kaum einer Manager gewesen sein wird. In einer freien Gesellschaft bestimmt der
Arbeitgeber, wie viel Gehalt er seinen Managern zahlen möchte und nicht der Staat.

Wie wär's mit einer Umfrage zur Volksgesundheit? „Wer ist dafür, dass die Gesundheit für alle
gewährleistet sein soll?“, oder, „Wer ist dafür, dass alle Reichen enteignet werden sollen?“, oder
noch besser, „Wer ist dafür, das alle Armen jeweils eine Million überwiesen bekommen?“
Wer würde da schon dagegen stimmen? Aber es sind eben diese Art der Umfragen, die dem
zaghaften Bürger vermitteln: „Es ist die Mehrheit, die das fordert, also wird schon alles in Ordnung
sein.“

Wenn Sie wissen wollen, welche Methoden auf dem Weg zum Überwachungsstaat bereits realisiert
worden sind, gehen Sie auf http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cberwachungsstaat, Sie werden
überrascht sein.

Gemeinwohl steht über Einzelwohl, heißt es, doch drehen Sie diesen Satz einmal um:
Ein Staat, der stets das Gemeinwohl über das Ihre stellt, kümmert sich einen Dreck um Ihr
Wohlergehen. Wenigstens Sie sollten die Prioritäten für Ihr Leben zurecht rücken.

Doch was ist die Conclusio?
Einfach auf den Staat vertrauen, dass am Ende schon alles gut wird?
Das Leben genießen, ohne sich darum zu kümmern, wenn die Rente nicht reicht, in welchem
Wohnklo man dereinst mal hausen wird?

Das restliche Geld, das einem bleibt, verpulvern, in der Hoffnung auf den Weltuntergang?
Nein!

Das wäre alles völlig verkehrt: Denn es gibt sie, die Strategie, die den Einzelnen unabhängig von
staatlicher Willkür machen kann. Und die heißt, die richtigen Aktien kaufen und wenn es nur für
1.000€ im Jahr ist.

Denn die großen Unternehmungen wie Coca Cola, Procter&Gamble, Johnson&Johnson sind für das
Funktionieren eines jeden Staates unverzichtbar, und deshalb von staatlicher Seite kaum angreifbar.

Die Conclusio lautet daher:
If you can't beat them, join them

Dies ist ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo – Autor des Buches  Finanzberatung? Nein Danke! Ohne Ratgeber erfolgreich investieren

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