Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

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Die fünf Grundregeln der Geldanlage

Nachfolgend ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo:
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Die fünf Grundregeln der Geldanlage haben mit der Börse und dem Investieren nur wenig zu tun:

  1. Vermögensaufbau braucht Zeit

    Dies ist wichtigste Grundregel für das Investieren an der Börse und es ist leider auch genau die, welche von fast jedem Kleinanleger nie beachtet wird.

    Man muss kein Finanzgenie sein, so wie Warren Buffett, es reicht, wenn man eine Strategie, die sich in der Vergangenheit bewährt hat, einfach fortführt und genügend Ausdauer aufbringt. Aber welche Strategie hat sich denn bewährt? Eigentlich nur eine und die kann man aus dem Chart der 100jährigen Entwicklung des DOW ablesen und sie heißt:

    Solide Werte einkaufen, über lange Jahre liegen lassen und die Dividenden reinvestieren.

    Das Problem dabei ist, das Größenverhältnis von eingesetztem Kapital zu dem Gewinn. So kann man mit einem Kapital von 10.000€ im Durchschnitt gerade einmal 30€ an zusätzlichem Monatseinkommen generieren. Doch was kann man sich für 10.000€ alles kaufen? Einen guten Gebrauchten, eine Urlaubsreise auf einem Luxusliner oder einen neuen Schlafzimmerschrank, den man schon seit Jahren haben wollte. Was sind dagegen schon 30€? Bei einem Raucher reicht das nicht einmal für eine Wochenration Zigaretten.

    Doch eines ist gewiss. Die 30€ sind unendlich viel mehr Wert, als die 10.000€, denn sie werden Monat für Monat generiert. Und wenn aus den 10.000€ einmal 100.000€ geworden sind, dann sieht die Sache schon viel besser aus.

    Der erfolgreiche Investor vergisst das eingesetzte Kapital und konzentriert sich nur auf die Gewinne. Und diese Strategie hat seit mehr als 100 Jahren funktioniert.

    Den Faktor „Zeit“ zu verstehen, wie er das Vermögen anwachsen lässt, wie er Geld generiert, stetig und zuverlässig, das ist das Geheimnis einer erfolgreichen Anlagestrategie.

  1. Fast alle finanziellen Probleme haben ihre Ursache in Schulden.

    Wer für Geld, Geld bezahlen muss, hat nur wenig Chancen jemals reich zu werden. Die Margen, die man an bei der Geldanlage über die Zeit erzielen kann, sind sowieso schon dürftig, wenn man diese dann auch noch mit Kreditzinsen relativiert, kann das mit dem Kapitalzuwachs nichts werden.

    Ein guter Freund von mir verdiente mehrere Hunderttausend Euro im Jahr und pflegte einen ebenso komfortablen Lebensstil. Vor einigen Monaten gestand er mir, dass er Privatinsolvenz anmelden musste, er hatte wohl etwas über seine Verhältnisse gelebt. Die Kinder, an ein Leben im Luxus gewöhnt, konnten und wollten wohl auch nicht auf die Annehmlichkeiten verzichten, die Ehefrau hatte ihn bereits verlassen, als seine Krise begann. Er wird wohl den Rest seines Lebens arbeiten müssen, nur um seinen vergangenen Luxus zu finanzieren. Ein anderer Freund von mir dagegen, verdiente nie mehr als 50.000€ im Jahr, aber er konnte bereits im zarten Alter von 55 in den Ruhestand gehen. Worin unterscheiden sich die beiden? Nun, Freund Nummer eins lebte wirklich ständig auf großem Fuße, leistete sich ein winziges Chalet in Frankreich, das er kaum besuchen konnte, eine kleine Yacht in Sirmione am Gardasee musste es natürlich auch sein, nichts großes, aber die Liegegebühren und die sonstigen Unkosten fraßen weit mehr als die Hälfte seines Einkommens auf, ich glaube das Schiffchen hat er nicht öfter als drei Mal besucht. Kinder und Frau taten ein übriges und so kam es, wie es kommen musste, er musste Insolvenz anmelden. Er war gegen jede Beratung von meiner Seite resistent, und so schlug er alle meine Warnungen in den Wind.

    Freund Nummer zwei lebte gemäß seinem Einkommen, leistete sich keinen Luxus, den er sowieso nicht unbedingt haben wollte. Aber er tat etwas anderes. Er investierte fast ein Drittel seines Monatssalär in Aktien. Er baute über fast dreißig Jahre ein respektables Aktiendepot auf, ohne risikoreiche Titel mit Werten die er auch verstand, also braunes Zuckerwasser, Windeln, Seifen und Putzmittel. Heute hat er, nach Steuern und Abgaben ein Einkommen im mittleren fünfstelligen Bereich und freut sich mehrmals die Woche über die herein trudelnden Dividenden.

    Ein an den normalen Bedürfnissen angepasstes Leben, zusammen mit einer konstanten Geldanlage eröffnet Optionen in der Zukunft, während Schulden mögliche Optionen schnell dahin schmelzen lassen. Sie können ein brillanter und hoch bezahlter Fachmann auf Ihrem Gebiet sein, bei entsprechendem Lebenswandel könnten Sie dennoch im finanziellen Ruin landen, während ein Allerweltsbürger ohne besondere Fähigkeiten, mit durchschnittlichem Einkommen, jedoch mit der nötigen Sturheit ausgestattet, über Jahrzehnte hinaus Geld zu investieren, sein Alter in Komfort und Wohlstand verbringt.

  1. Spekulation oder gar Wetten auf zukünftige Kursgewinne ist unmöglich, schlimmer noch es ist gefährlich.

    Sie als Gelegenheitssportler, der zwei Mal in der Woche etwas Jogging betreibt, würden Sie versuchen, sich mit ausgewiesenen Profisportlern messen zu wollen? Und wenn ja, wie würden Sie dann abschneiden?

    Die Antwort brauche ich Ihnen nicht zu geben.

    Dabei ist Sport immerhin noch eine Tätigkeit, die man trainieren, in der man es zu einer gewissen Perfektion und Meisterschaft bringen kann. An der Börse begegnen Ihnen jedoch ständig „Experten“, die Ihnen nur vorgaukeln, sie verstünden etwas vom Investieren. Wenn es tatsächlich wirkliche Experten geben würde, also Menschen, die die Kursentwicklung einzelner Aktien vorhersagen könnten, warum sollten die ihr Expertenwissen ausgerechnet an Sie verkaufen?

    Im Italien der 90er Jahre gab es eine Dame, die in den diversen Fernsehkanälen schreiend und kreischend ihre Produkte anbot. Und zwar verkaufte sie die Lottozahlen vom nächsten Wochenende. Nun könnte man meinen, für einen solchen „Dienst“ gäbe es keine Nachfrage, doch weit gefehlt, die Dame machte mit diesem Trick Millionenumsätze (gerechnet in €). Aber alle Börsenprofis, verhalten sich genau wie diese Dame, sie versuchen Ihnen den Kurs von Morgen zu verkaufen und das ist Scharlatanerie.

    Ich verstehe wirklich nicht, warum die meisten Anleger diesen „Pseudo-Experten“ ihr Geld anvertrauen.

    Ich habe nie begriffen, warum gerade Kleinanleger stets versuchen, den Markt zu schlagen, obwohl dies sogar den besten Profis nicht dauerhaft gelingt. Um an der Börse wirklich Geld zu verdienen, muss man keinen Index schlagen, man muss nur, völlig unabhängig vom Stand des Dax',s Dow's oder sonst eines Indexes stetig Gewinne einfahren und das ist leichter als man glauben möchte.

  1. Einfache Methoden sind häufig besser als schlaue.

    Jemand der vor 8 Jahren ein Portfolio für 5.000€ mit Titeln wie PG, JNJ, MO, KO und MCD eingekauft hat und sich seitdem nicht einen Tag mehr um sein Depot gekümmert hat, würde heute über ein kleines Vermögen von gut 26.000€ verfügen, das wäre eine Gewinnspanne von gut 300%.

    Umgekehrt gibt es genügend Fonds-Produkte, die in derselben Zeitspanne 4,7% Verlust eingefahren haben. Viele von diesen Fonds verfügen über ultraschnelle Rechner und hochkarätiges Fachpersonal.

  1. Die Chance, dass die Börse extrem volatil reagiert, liegt bei 100%

    Die meisten Investoren begreifen schon, dass man an der Börse langfristige Gewinne mit einer erhöhten Volatilität erkaufen muss. Eine Aktie ist eben kein Sparbuch. Aber immer wenn es an der Börse wieder einmal zu einem Kursrutsch kommt, ist das Geschrei stets groß. „Was zum Teufel geht denn da ab?“

    Die Antwort ist einfach, für Kleinanleger jedoch schwer zu ertragen. „Nichts ist los, Kurausschläge, auch dann wenn sie etwas heftig ausfallen sind völlig normal.“

    Das Problem ist nur: Solche Kursausschläge werden gerade von Kleinanlegern meist mit erratischen Käufen und Verkäufen quittiert. Wenn der Kurs eines Titels in die Höhe schnellt, wird gekauft, in der Erwartung, dass es weiter nach oben geht, wenn der Kurs fällt, wird verkauft, weil man Angst hat noch mehr Geld zu verlieren.

    Seit dem Jahre 1900 bis heute, hat der S&P 500 im Durchschnitt jedes Jahr um 6% zugelegt, doch die größte Schwankungsbreite betrug gut 23%.

In meinem Buch „Finanzberatung? Nein Danke!“, habe ich die Grundlagen für ein erfolgreiches Investieren beschrieben. Die Kernaussage will ich hier noch einmal wiedergeben:

Investieren Sie in Anlagen die Sie verstehen und beurteilen können und nicht in Experten und „Finanzprodukte“, die Sie weder verstehen noch beurteilen können!

Und wenn Sie sich auch in Zukunft nicht mit den Begriffen „Börse“, „Finanzen“ und „Bilanzen“ beschäftigen wollen, dann können Sie auch bei der Strategie bleiben, die ich in meinem Buch „Finanzberatung? Nein Danke!“ beschrieben habe. Natürlich wird die Auswahl Ihrer Aktien sehr beschränkt sein, denn viele dieser „ewigen Aktien“ gibt auf dem riesengroßen Markt der Geldanlage eben nicht. Sie werden sogar mit dieser Strategie fast immer ein Underperformer sein, Ihr Depot wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit schlechter entwickeln, als viele andere Indizes, wie zum Beispiel ETF's auf den DAX, DOW Jones, als viele Fonds und viele andere Anlageformen, aber das sollte Sie nicht irre werden, denn diese Strategie hat einen unschätzbaren Vorteil vor allen anderen Anlageformen:

Sie behalten die Kontrolle über Ihre Anlagen und Finanzen, weil Sie verstehen, was Sie gekauft haben.

Außerdem werden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenso oft irgendeinen Index auf dem Markt des schnellen Geldes schlagen, Sie müssen nur etwas suchen. Es ist nämlich unfair, die Entwicklung Ihres Depots im Nachhinein mit einer anderen Anlageform zu vergleichen, weil Sie ebenso viele Indizes und Fonds auf dem Markt finden können, die Sie mit Ihrer Anlage geschlagen haben, aber das weiß man natürlich immer erst nach einer Anlageperiode von einem Jahr.

Versuchen Sie doch einmal einen Schlaumeier zu finden, der Ihnen garantiert, er würde die Entwicklung Ihrer Anlage im nächsten Jahr schlagen und der bereit wäre Ihnen nach Ablauf des Jahres auch nur ein Prozent mehr zu geben, als Sie mit Ihrem Depot erwirtschaften hätten. Einen solchen Idioten werden Sie nicht finden. Die schnelle Börse hat viel mit Wahrsagerei zu tun und darauf sollten Sie sich nur verlassen, wenn Sie auch an Horoskope glauben. Der einzige Weg, dauerhaft und erfolgreich sein Geld in Unternehmungen zu investieren, ist der, zu wissen was man kauft und zu wissen, wem man sein Geld anvertraut. Und ich will es noch einmal wiederholen, kein Anlageberater, kein Bankangestellter oder Versicherungsagent und keine Verbraucherzentrale kann diese Aufgabe für Sie übernehmen. Um Geld muss man sich selbst kümmern, tut man es nicht, dann werden es eben andere tun und warum ausgerechnet diese ein Interesse an Ihrem Vermögenswachstum haben sollen, müssen mir all die schlauen Experten einmal verraten.

Dies ist ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo – Autor des Buches  Finanzberatung? Nein Danke! Ohne Ratgeber erfolgreich investieren

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