Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

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„Das Wir entscheidet!“

Nachfolgend ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo:

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Das Leben ist kurz Freunde! Kurz und voller Mühen und Plagen. So jedenfalls sagt es die Bibel und so ist die soziale Grundstruktur unserer Gesellschaften eingerichtet. Und so lautete denn der Wahlslogan der SPD:

„Das Wir entscheidet!“

Ich habe mich schon gefragt, warum das so sein muss. Könnte es denn nicht sein, dass eben manchmal nicht das Wir entscheidet, sondern schlicht und einfach nur das Ich? Wo bleibt denn das Wir, wenn der Rentensatz wiedereinmal nach unten angepasst wird? Wo bleibt das Wir, wenn nach einem arbeitsreichen Leben, trotz ehemals gutem Einkommen die Rente nicht reicht? Der Staat empfiehlt, für die Altersvorsorge selbst zu sorgen und bietet dafür so merkwürdige Produkte wie Riester oder Rürup an, wohl wissend, dass dabei nicht wirklich etwas Substantielles herauskommen kann.

Nicht dass ich den staatlichen Organen etwas vorwerfen möchte, denn die handeln nach streng mathematischen Kriterien (wenigstens nehme ich das an). Wenn die Rentendauer aufgrund gestiegener Lebenserwartung sich verdoppelt, dann kann man sich an den fünf Fingern ausrechnen, dass der Staat darauf reagieren muss. Entweder die Lebensarbeitszeit wird verlängert, oder die Rentenhöhe kann nicht so bleiben wie ehedem und muss reduziert werden. Beide Entwicklungen sind zur Zeit in der Gesellschaft feststellbar. Aber kann das bedeuten, dass man sich im Alter mit weniger zufrieden geben muss? In einer Gesellschaft, deren Lebenshaltungskosten ständig steigen?

Nein, das kann, sollte und muss es nicht bedeuten.

Die Antwort auf diese Frage ist: Eigenvorsorge. Wie sagte meine Großmutter immer: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ Doch mir kommt es so vor, als ob sich dieses Sprichwort in unserer Zeit in sein zynisches Gegenteil verwandelt hat: „Spare in der Not, dann hast du Zeit dazu.“ Wieso vertraut jeder auf die Vorsorge des Staates? Wieso vertraut man sich bedenkenlos Versicherungen und meist inkompetenten Finanzinstituten an? Wieso wird Aktienbesitz als höchst risikoreich eingestuft, obwohl doch jedem klar sein müsste, dass nur und ausschließlich der Konsum und die Investition in Konsumaktien die einzig verlässliche Größe ist?

Die Intentionen der Finanzdienstleister, Banken und Versicherungen ist klar. Sie alle wollen Geld verdienen, unser Geld. Die Reaktion des mündigen Anlegers darauf ist auch klar; er hält sich einfach fern von solchen „Diensten.“

Das Problem ist der Staat und seine Organe. Nun, auch die wollen nur das Geld des Anlegers, jedoch ist die Reaktion des mündigen Anlegers darauf nicht so klar. Denn wie hält man sich fern von solchen „Diensten?“ Sie werden dem Investor einfach in Form von Steuern in Rechnung gestellt. Natürlich kann man als Investor das Land wechseln, aber das ist meist mit einem sehr hohen Aufwand verbunden und zudem sind die Lasten in den zivilisierten Ländern ziemlich ähnlich. Wer möchte schon nach Sierra Leone oder die Elfenbeinküste auswandern, nur um Steuern zu sparen?

Heißt das, jegliche Art von Eigenvorsorge ist müßig, nutzlos und vor allem wirkungslos? Keinesfalls! Denn auch wenn die Besteuerung der Vermögenserträge ins beinahe unerträgliche steigen, so ist die eigenverantwortliche Anlage die einzige Möglichkeit, überhaupt einen Zusatzertrag zu erwirtschaften.

Bei der gegenwärtigen Armutsdiskussion vermisse ich zwei Faktoren, nämlich den der Eigenverantwortung und den der eigenen Lebenshistorie. Kann es wirklich gerecht sein, die eigene Lebenshistorie auszublenden, wenn wiedereinmal die Frage nach der Gerechtigkeit gestellt wird? Derjenige, der sein Leben lang etwas zur Seite gelegt hat, der eigenverantwortlich, mit Intelligenz, Risikobewusstsein und manchmal auch mit etwas Glück einen Finanzstock aufgebaut hat, der ihm im Alter etwas mehr an Komfort ermöglicht, muss der wirklich mitzahlen für jenen, der sein Leben nur mit Geldausgeben verbracht hat, der sich niemals die Frage stellte: „Wovon werde ich denn einmal leben, wenn ich nicht mehr erwerbsfähig bin?“ Ist es nicht so, dass der intelligente, vorausschauende Anleger zwei Mal zahlt? Einmal mit dem Verzicht auf Komfort während der Ansparphase und ein zweites Mal, wenn er im Alter von seinem bereits mehrfach versteuerten Kapitalstock schon wieder etwas abgeben soll?

Solidarität ist eine feine Sache, nur manchmal habe ich den Eindruck, dass dieser Begriff nur als Ausrede dient, um dem Bürger mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Ich will nun keine Einzelbeispiele zitieren, wie den Berliner Flughafen oder die Elbharmonie. Und wenn sie auch einen schalen Geschmack im Mund hinterlassen so sind all diese unnützen Ausgaben im jährlichen Haushalt der Bundesrepublik kaum zu auszumachen. Das Problem ist das gewachsene Anspruchsdenken der Bürger. Jeder möchte irgendeine Zuwendung haben, ob Solar-, Eigenheim- oder Sparförderung. Auch wenn die etwas links geknüpfte Gemeinde in Deutschland etwas anderes sagt, so ist gerade in Deutschland das Netz der Absicherung so eng geknüpft, dass man von einer absoluten Armut in Deutschland beim besten Willen nicht sprechen kann. Der Staat bezahlt die Miete, die Kosten für Energie, Wasser und Abwasser, er kümmert sich sogar um die Abwicklung der Zahlungen. Und oben drauf gibt’s noch ein Taschengeld.

Allerhöchstens könnte man von einer relativen Armut sprechen, aber was bedeutet das schon? Dass ich einen kleineren Wagen fahren muss als mein Nachbar? Dass ich zur Miete wohnen muss im Gegensatz zum Villenbesitzer? Dass ich mir keinen 60“ Flachbildfernseher leisten kann? Wo doch der Nachbar einen so wunderschönen 3D-Fernseher hat?

Das eigentliche Problem in dieser Republik ist zwiefältig. Zum Einen die Tendenz staatlicher Gesetzgebung, den Einzelnen in ein System der Abhängigkeit zu zwingen und zum anderen, die merkwürdige Intention des Staates, dem Bürger zu suggerieren, vornehmliche Aufgabe des Staates sei es, den Bürger gegen jeden Unbill des Lebens absichern zu müssen, sprich ein Anrecht auf Grundsicherung zu gewähren. Dies gipfelt in der völlig irrealen Forderung der Partei „Die Linke“ nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für jeden Bürger. Und wenn man nicht wieder eine Mauer um Deutschland herum bauen will, so ist so etwas nicht zu finanzieren. Außerdem, was bedeutet bedingungslos? Bekommen dann die Mitglieder der Quandt-Familie auch ein Grundeinkommen? Immerhin, bedingungslos konsequent interpretiert, müsste doch genau dies bedeuten!

Einer der schlimmsten Dinge, die der Staat seinen Bürgern antun kann, ist es, ihn seiner Unabhängigkeit zu entäußern, denn das muss und wird früher oder später zum Zusammenbruch einer Gesellschaft führen. Die DDR, die UDSSR und zahllose andere Staaten haben das bereits vorexerziert.

Aber die Erkenntnis allein, trägt bereits den Schlüssel zur Lösung dieses Problems.

Denn nicht das WIR entscheidet immer, sondern manchmal eben auch das simple, einfache egoistische ICH! Nämlich dann, wenn es darum geht Vorsorge zu betreiben, Vorsorge für sich selbst und das bedeutet schließlich auch, dem Staat im Alter nicht zur Last zu fallen.

In diesem Sinne wünsche ich euch erfolgreiches Investieren.

Dies ist ein Gastartikel von Dr. Olaf Borkner-Delcarlo - Autor des Buches  "Finanzberatung? Nein Danke! Ohne Ratgeber erfolgreich investieren"

Update vom 03.10.2013 - Marina Weisband (Piraten Partei) erklärt das Bedingungslose Grundeinkommen anhand einer Matrjoschka.


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