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Zypern Zwangsabgabe durch Beteiligung der Bankkunden mit Dividenden Aktien?

In Zypern sollen Bankkunden sich an der Rettung des Landes durch eine Zwangsabgabe beteiligen.

Somit handelt es sich hier um eine teilenteignung. Das Hilfspaket beinhaltet: Beteiligung der Bankkunden auf Zypern. Von einem Guthaben bis 100.000 € sollen 6,75% einbehalten werden und von höheren Beträgen 9,9% .

Unser Kanzlerin Merkel will natürlich den Bürgern aus Deutschland die Sorge vor Verlusten nehmen und erneuert das Versprechen aus dem Oktober 2008. Die Garantie bleibt weiterhin bestehen.

Geld und Geld in Form von Anleihen lassen sich leicht, schnell und unbürokratisch enteignen. Sachwerte wie Immobilien, Edelmetalle und Aktien sind schwerer zu erfassen.

  • Könnte es in ein paar Jahren nicht passieren, daß auch Deutsche Anleger als Bankkunden in Deutschland eine Zwangsabgabe leisten müssen?
  • Wird sich diese Zwangsabgabe auch auf Dividenden Aktien in den Aktiendepots beziehen?
  • Es zeigt sich immer mehr, wie hilflos die Politik ist. Was kann solch ein Vorschlag anderes auslösen als Chaos?

Ich möchte noch auf den Artikel von Spiegel Online von heute hinweisen: Zypern-Rettung: „Europas Bürger müssen um ihr Geld fürchten“ und auf den Artikel von gestern „Teilenteignung von Sparern: Griechenland fürchtet Zypern-Schock

14 Responses to “Zypern Zwangsabgabe durch Beteiligung der Bankkunden mit Dividenden Aktien?”

  1. Marc sagt:

    Naja gibt einiges was mit Aktien passieren könnte.

    – Abgeltungssteuer rauf auf max 100%.
    – Verstaatlichung bestimmter Aktienunternehmen
    – Und bei den USA Aktien sollte man sich mal das DTCC durchlesen, darin ist zu lesen, dass wenn es hart auf hart kommt die Aktien einem gar nicht gehören.

    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Marc: Abgeltungsteuer auf 100%? Ich vermute Du hast Dich vertippt,oder?

    • Firehawk sagt:

      @Marc: Was meinst du mit „sollte man sich mal das DTCC durchlesen“ und das einem gekaufte Aktien evtl. „gar nicht gehören“? Das habe ich über US Aktien oder generell bei Aktien bisher jedenfalls nicht gewußt.

  2. Zaza sagt:

    Ein vergleichbarer Vorgang bei Aktien ist schwieriger da dies die Enteignung der Eigentümer des jeweiligen Unternehmens bedeutet – das geht nur gegen Entschädigung (Art. 14 III GG). Guthaben bei quasi insolventen Banken, die faktisch wertlos sind können einfacher gestrichen werden – für Lebensversicherungen z.B. ist das schon jetzt gesetzlich geregelt!
    Ich muss sagen ich denke aber langsam darüber nach mit meinem Depot zu einem Broker im nicht-EU-Ausland zu wechseln.

  3. ruwis sagt:

    Hallo Markos,

    die Teilenteignung der Bankkunden in Zypern ist besorgniserregend. Allerdings werden Sätze von 7% oder 10% die Vermögen an sich nicht vernichten.
    Zypern ist ein Testfall. Kein Rettungspaket wird jedoch das Grundproblem der sog. Euro-Krise lösen, man erkauft sich dadurch nur Zeit.

    Die Welt wartet nicht auf Europa. Wenn die angeschlagenen Länder ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht durch bittere, aber notwendige Reformen steigern können, wird sich nichts an dem Grundproblem ändern. Europa hat an sich alle Voraussetzungen eine der vitalsten und attraktivsten Wirtschaftsstandorte der Welt zu sein, ist es aber nicht (mehr). Die Frage nach dem Warum sollte sich die Politik, aber auch die Bürger, stellen. Es liegt nicht an den Gehältern der Eliten oder den Banken per se. Das Hauptproblem liegt in den verkrusteten Strukturen, Bürokratie, Anspruchsdenken der Bürger und einer feigen Politik, die dem Bürger nach dem Mund redet. Und wenn sie es mal nicht tut und unbequeme Wahrheiten ausspricht, wird sie vom Wähler abgestraft.

    Wenn man beruflich viel in der Welt rumkommt, kann man in einigen Ländern sehen, wie erfolgshungrig die sind und wie sie sich für den Erfolg krumm machen. Bei uns diskutiert man hingegen über die 35 Stunden Woche bei vollem Lohnausgleich.

    Nach meiner Auffassung hat Europa im globalen Maßstab
    nur eine Chance als Wirtschafts- und Werteeinheit. Die gemeinsame Währung zwingt die Länder gerade zu dazu, ihre Wirtschafts- und Steuerpolitik zu harmonisieren und die schwächeren Länder durch Strukturreformen wettbewerbsfähiger zu machen.

    Genau in diesem Prozess befinden wir uns derzeit. Als Optimist glaube ich daran, dass Europa nach dem Durchschreiten des Tals der Tränen gestärkt aus der Misere herauskommt und dabei auch etwas gelernt hat.

    Enteignung der Aktionäre ist rechtlich Schwieriger als eine rein finanzielle Enteignung von Barguthaben.

    • @ruwis: Sehr schöner Kommentar. Die Fehler wurden sicherlich in der Vergangenheit gemacht. Zuviel Staat, zuviele Beamte, zu viele Schulden, das kann auf Dauer nicht gut gehen.

      Wenn ich das richtig verstanden habe handelt es sich bei der drohenden Enteignung um Liquidität und nicht um Vermögensanlagen wie Aktien.

      VG
      Lars

    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @ruwis: Danke für den Kommentar! Gab es schon einmal in der Geschichte der Börse eine >>Zwangsabgabe<< von Aktien an den Staat ?

  4. ruwis sagt:

    Hallo,

    in der Zypern-Frage handelt es sich um eine reine direkte finanzielle Teil-Enteignung von Bar-Guthaben(Sichteinlagen), nicht von Aktien. Eine Enteignung von Aktienwerten kann durch den Staat lediglich indirekt durch Steuern-und Abgaben realisiert werden. Die Unternehmen, die diese Sachwerte darstellen können nicht im Vorgriff auf eine geplante Aktienenteignung enteignet werden. Dies würde elementar jeder Rechtsprechnung eines jeden westlichen Rule of Law- Landes widersprechen.
    Mir ist kein Fall in der Geschichte bekannt, wo dies jemals passiert ist.

  5. Felix sagt:

    Nach meinem Rechtsempfinden ist das ein Hammer!
    Weder haben wir Krieg noch eine Naturkatastrophe und da enteignet der Staat kurzerhand einmal diejenigen, die sich ein paar Groschen angespart haben. Wer will sich da ernsthaft einen Kapitalstock fürs Alter aufbauen, wenn der in einer Brüssler Nachsitzung kurzerhand mal kassiert werden kann.
    Das gab’s bisher nur in kommunistischen Ländern, nun in Europa.

  6. Paul sagt:

    Bei der ganzen Diskursion sollte man nicht vergessen, dass bedingt durch die niedrige Besteuerung, haufenweise Schwarzgeld bei zyprischen Banken bunkert. Gerade das Geld der russischen Oligarchen.
    Anstatt jetzt hier von einer Unerhört zu sprechen , hätten die Zyprer mal lieber dafür sorgen können, dass Kapitalerträge ordentlich versteuert werden.
    Es ist doch kein Wunder, dass die EU überhaupt kein Interesse hat, das ganze Schwarzgeld zu retten, dass auch aus ihrem Territorium abgezogen wurde.

    Zypern hat im Prinzip nur 2 Möglichkeiten, den Weg Island oder Irland. Island hat einfach die Banken kollabieren lassen und keinen einzigen Cent für eine Rettung aufgewendet. Irland wurde am Ende unter strengen Auflagen unter die Arme gegriffen, um die Banken zu retten.

    Egal wie es ausgeht, das Geschäftsmodell der Zypern ist am Ende.

  7. kaunlaran sagt:

    Mir wird hier zuviel von „Enteignung“ gesprochen. Ich finde das Verfahren zwar auch nicht richtig, aber eine „Enteignung“? Wahrscheinlich ist die Abgabe doch als eine Art Vermögensteuer konzipiert, die sich nach dem Wert des Vermögens an einem bestimmten Stichtag berechnet. Dabei werden nur bestimmte Vermögen (hier: Bankguthaben) besteuert und der Einzug des Betrages sofort sichergestellt.

    Läßt sich so etwas nicht auch bei uns – in abgewandelter Form – vorstellen? Herr Trittin hat in einem Interview schon angekündigt, daß man bei Einführung der Vermögensteuer an früheren Stichtag plant, um eine Kapitalflucht wirkungslos zu machen. Natürlich kann auch in D. eine Vermögensteuer bzw. -abgabe eingeführt werden und die Höhe würde sich nach dem Stichtag zum 01. 01. 2012 oder 2013 berechnen. Die Daten sind bei den Banken vorrätig und müssen dem Fiskus mitgeteilt werden.

    Ich halte daher die Anregung von Zaza wichtig, sich zu überlegen, ob man mit seinem Depot zu einem Broker in ein Nicht-EU-Land wechselt.
    Vielleicht kann hierüber mal geschrieben und diskutiert werden – natürlich in einem neuen Strang.

  8. Paul sagt:

    Ich kann nur empfehlen mal die Wahlprogramme der einzelnen Parteien zu lesen.
    Die SPD plant zum Beispiel die Anhebung der Kapitalertragssteuer auf 32%.
    Bei den Grünen ist Vermögensabgabe geplant. Alle Vermögen über 1Mio werden über 10 Jahre mit 1,5% belastet.
    Das nur mal als Beispiel. Da CDU und FDP sowieso unwählbar sind, bleibt nicht viele Möglichkeiten in unserer Parteienlandschaft.
    Ich persönlich finde die Besteuerung von Kapitaleinkünften kann ruhig angehoben. Im Gegensatz zur Besteuerung und Abgabenbelastung von Gehälter sind diese zu niedrig angesetzt. Dafür sollten die Freibeträge deutlich erhöht werden. Ebenso bin ich für eine ähnliche Staffelung wie bei der Lohnsteuer.

  9. Ralf sagt:

    Hi,

    Das mit Zypern ist schon echt der Hammer. Jetzt wird wohl die zweit gröste Bank ganz dicht gemacht und einige Leute werden sehr viel Geld verlieren, wenn nicht sogar alles.

    @ Zaza,
    Deine Überlegung: „Ich muss sagen ich denke aber langsam darüber nach mit meinem Depot zu einem Broker im nicht-EU-Ausland zu wechseln.“ ist eine gute Idee, aber bevor Du ein neues Depot eröffnest erkundige dich genau.
    Ich wohne in Singapur und habe dort auch ein Depot. In Singapur werden Dividenden nicht besteuert. Das hört sich erstmal sehr gut an, aber das Problem ist das viele Singapur Broker die Dividenden mit einer extra Gebühr belasten und das kommt quasi einer Steuer gleich. Die Gebühren wurden letztes Jahr eingeführt. Sobald ich wieder zurück bin werde ich mich nach einen anderen Broker umsehen. Es gibt zB. US-Broker mit einer Niederlassung in Singapur und dort sind erstens die Order-Gebühren geringer und es gibt keine Gebühren auf Dividenden und Splits.

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