Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )
Werben im Blog
Datenschutzerklärung / Impressum

Reich durch Schulden

Das funktioniert allenfalls temporär und steht auf sehr wackeligen Füßen. Der gesunde Menschenverstand sagt uns, dass wir auf Dauer nicht mehr ausgeben als einnehmen können.

In keinem Fall bringt ein schuldenfinanziertes grenzenloses Wachstum die Welt weiter. Im Gegenteil: Unsere Schulden werden zum Perpetuum Mobile, welches Schulden durch neue Schulden finanziert.

Wir leben in einer Welt auf Pump, was einer Verschiebung unser Probleme von heute in die Zukunft gleichkommt. Unsere kaufmännische Verantwortung ist das Problem in den Griff zu bekommen, nicht die finanzielle Verantwortung für die Welt zu übernehmen! Ist unsere Doktrin des grenzenlosen Wachstums der Schulden wirklich unser Ziel?

Ich sehe die soziale Gerechtigkeit durch die bedrohlichen Schuldenfakten in Gefahr…

Deutschland hat 2.000.000.000.000,- € Schulden, der eine Wirtschaftsleistung von knapp 2.500.000.000.000,- € gegenüber steht

  • Die Pro-Kopf Verschuldung beträgt rund 25.000,- €, für meine kleine Familie bedeutet dies in Summe 75.000,- €
  • Das Vermögen in Deutschland beläuft sich auf 9.000.000.000.000,- €, die Hälfte davon gehören 1% der Bevölkerung
  • Die Schulden der Welt betragen 40.000.000.000.000,- €, diesem steht eine Gesamtwirtschaftsleistung von 50.000.000.000.000,- € gegenüber
  • Alle Arbeitnehmer der Welt haben 2011 zusammen 42.000.000.000.000,- € verdient
  • Der Wert aller an den Börsen gehandelten Aktien beträgt 45.000.000.000.000,- €
  • Das weltweite Vermögen beträgt 100.000.000.000.000,- €
  • Und jetzt der Hammer: Alles Peanuts gegenüber den spekulativen Finanzprodukten. Diese betragen gigantische 500.000.000.000.000,- €
  • Der Wert aller Märkte für Optionen und Geldwetten werden auf 1.500 Billionen geschätzt, wobei das so genau keiner weiß

Mein Fazit?
Zahlt sich ehrliche Arbeit noch aus? Es ist klar, wer den Takt in der Welt  angibt, die Realwirtschaft ist es jedenfalls nicht. Ein totaler Systemfehler. Vielen Dank liebe Maggi für deine Hinterlassenschaft. Maggi Thatcher hat vor über 30 Jahren den Spekulationen Tür und Tor durch Lockerung der Bankengesetze geöffnet und damit dieses Schuldentor erst aufgestoßen.

Die Finanzwirtschaft sollte der Realwirtschaft dienen, nicht umgekehrt. Eine nachhaltige Wirtschaft kann so nicht funktionieren. Die Sicherung eines langfristigen wirtschaftlichen Erfolgs – ohne den Interessen der Gesellschaft entgegenzustehen – zählt. Die Politik braucht jetzt Mut für unpopuläre Entscheidungen. Derweil tickt die Schuldenuhr unaufhörlich weiter.

 

 

#####################################################################

Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastartikel von Carsten Kreilaus. In seinem Blog schreibt Carsten über die Themen Leben,Wirtschaft und Ökologie neugedacht.

Carsten würde sich freuen, wenn Ihr mit ihm über seinen Artikel zum Thema Reich durch Schulden in der Kommentarfunktion mit ihm diskutiert.

#####################################################################

14 Responses to “Reich durch Schulden”

  1. Blafasel sagt:

    Und ich dachte schon endlich mal einen guten Artikel von dir lesen zu dürfen… nicht dieses sinnlose Blabla ohne Hand und Fuß. Na ja, bin selbst schuld wenn ich trotzdem noch hier rein schaue….

    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Blafasel: Es tut mir leid, daß Dir meine Artikeln und Gastartikel nicht gefallen. Es gibt diverse andere deutschsprachige Finanzblogs, die bestimmt sehr detailierte Aktien Analysen usw. bieten. Aktuell habe ich etwas über 6.000 unique Stammleser auf meinen Blog. Das ist so wie bei den Finanzzeitschriften. Ich kaufe mir auch nur 1-2 pro Jahr „Der Aktionär“ 😉

    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Blafasel: Was fehlen Dir für Daten/Informationen in meinen Artikeln? Möchtest Du detailierte Aktienanalysen? Das kann ich leider nicht liefern.

  2. Aber das mit den vielen Schulden ist ja irgendwie, zumindest in unserem jetzigen System, nicht vermeidbar. Wenn ich 1.000 € Guthaben auf der Bank habe, schuldet mit die Bank also 1.000 €. Ebenso ist es mit Krediten, schulde ich der Bank 10.000 €, dann hat die Bank 10.000 € Guthaben bei mir…
    Also ich sehe das Problem viel mehr bei der ungleichen Verteilung der Guthaben und des überborstenden Volumens der spekulativen Finanzprodukte. Schulden per se, bedeuten ja nur, dass jemand anderes Guthaben hat…

  3. egghead sagt:

    Deswegen sollt man sich den Kauf eienr selbstgenutzten Immobilie gut durchrechnen.
    Wer mit geringem Eingekapital kauft und sich für 20, 30, 40 Jahre an die Bank kettet sollte bescheidener kaufen oder lieber zur Miete wohnen. Denn im Fall der Fälle ist alles weg und Schulden sind trotzdem da.
    Da keiner in die Zukunft schauen kann ist ein Kauf immer ein Risiko, aber das leben selbst ist es ja auch und meist endet es tödlich vor dem 100. Geburtstag 😉
    Wer jetzt knapp kalkuliert wird früher oder später von seigenden Zinsen getroffen. also aufpassen. Wer nach dem Immobilienkauf an irgendeiner Ecke wiederholt sparen muss, der hat ein Problem, früher oder später !!
    Ich habe mit geringem Eigenkapital aber riskiertem hohen Einkommen und Rücklagen gekauft. Nach 5 Jahren kann ich sagen : bisher ist die Rechnung aufgegangen. Es hätte auch anders kommen können.

  4. Rico sagt:

    Also mir ist das zu Kurz gedacht. Schulden haben schon immer den Fortschritt finanziert. Ohne Schulden hätten sich die Seefahrer damals kein Boot kaufen können, mit dem sie die Welt entdeckt haben. Ohne Schulden wären auch keine Fabriken gebaut worden, mit denen die Industrialisierung voran getrieben wurde. Nur durch Sparen wäre dieser Fortschritt niemals möglich gewesen.

    Das Problem heute ist nur, dass das Risiko der Investition abgeschafft wurde. Banken investieren ihr Geld zwar, aber Ausfälle werden nicht mehr akzeptiert und abgeschrieben, sondern vom Steuerzahler getragen, der auf Jahre weiter die Zinslast bezahlen muss.

  5. Stefan sagt:

    Unser Wirtschaftsystem ist krank man kann nicht immer weiter alte Schulden mit neue zurück zahlen. Die Politiker haben das längst erkannt und gehen wie immer den für Sie einfachsten Weg. Sie nutzen die Zentralbanken als verlängerten Arm für sich um die Staatsschulden last zu drücken in dem durch Geld drucken und niedrige Zinsen die Inflation erhöht werden soll.
    Das die Masse der Leute so über Jahre Zwangsenteignet wird sollte jedem klar sein..!

  6. Mit den 2 Billionen Schulden sind Sie auf dem Holzweg. Dabei handelt es sich nur um die impliziten Schulden, d. h. den Schulden aus den Staatshaushalten. Hinzu kommen noch die explizieten Schulden außerhalb der Staatshaushalte in Höhe von 5,5 Billionen Euro. Es handelt sich unter anderem um die Rentenversicherung und vor allem um die Beamtenpensionen. Auf die Rentenversicherung haben Sie eine Anwartschaft, die Sie einklagen können.

  7. Turing sagt:

    1. Ich frage den Autoren: Was stellen Sie sich denn unter „sozialer Gerechtigkeit“ vor?

    2. Ich halte M. Thatcher für die größte Staatsmännin überhaupt: Durchsetzungsstark, idealistisch, rational und nicht romantisch. Sie hat Großbritannien auf Fordermann gebracht.

    3. Was spielt es denn für eine Rolle, welches Handelsvolumen Finanzgeschäfte haben im Vergleich zu anderen Geschäften. Wenn zwei Nachbarn Eier und Butter tauschen und wieder zurücktauschen, dann entsteht doch auch Handelsvolumen, aber was schert mich das? Genauso ist das bei Finanzprodukten. Sollen die doch ihren Hochfrequenzhandel betreiben. Die machen dabei Gewinne und Verluste. Wo ist das Problem für den Langzeitinvestoren?

    Ein tatsächliches Problem sind die Schulden des deutschen Staates, die angehäuft wurden, um das soziale Wohltaten zu verteilen. Das belastet den Bundeshaushalt noch Jahrzehnte. Das Problem in Deutschland ist, dass wir eine Sozialpolitik betreiben, die viel zu hohe Ansprüche hat. Nicht die Existenzsicherung steht im Vordergrund (niemand soll hunger, niemand soll frieren), sondern „gesellschaftliche Teilhabe“ soll finanziert werden. Das ist ein dehnbarer Begriff. Für linke Idealisten geht es um den Theaterbesuch, aber für den typischen betreuten Bürger geht es um das neueste Smartphone. Er glaubt, er würde schief angeschaut, wenn er mit einem altmodische Mobiltelefon telefonierte.

    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Turing: Erstmal sollte man sich lösen von den Materiellen Sachen – das fällt vielen sehr schwer ! Wir können sowieso nichts mitnehmen, warum sollte man auf Biegen und Brechen nach einem materiellen Luxusleben streben? Ich finde um die Welt reisen (das kann man auch günstig durchführen) und Leute kennenlernen, mit denen man auf einer Wellenlänge ist, ist viel mehr wert, als der neueste Porsche 911, oder eine Millionvilla. Man kann sich Glück nicht erkaufen, darum gibt es doch so viele Stars die in Entzugskliniken müssen, weil sie mit ihrem Luxus Leben nicht mehr klar kommen.

    • @Turing, gerne zu Ihren Fragen:
      Zu 1. Das ist eine gute Frage und schwierig in wenigen Worten zu fassen. Gute Anregung für einen Artikel über die soziale Gerechtigkeit. Sind da ja schon auf gutem Wege im Gegensatz zu anderen Nationen, es fehlt aber an weiterer Konsequenz. Für mich bedeutet diese… Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen, auch und gerade in die Zukunft blickend. Andere und ihre Meinungen respektieren. Als Unternehmer auch mal auf Umsätze verzichten, wenn es zu Lasten von Dritten und/oder Umwelt geht (siehe amazon.de: durch das zwanghafte Wachstum der Marken werden zwanghaft Arbeitskräfte beschäftigt. Dieses Wachstum kann nur zu Lasten vor irgendjemand und auf Schulden funktionieren). In der Unternehmen für ihr Handeln verantwortlich gemacht werden. Toleranz. Eine Gesellschaft in der wieder Gemeinschaftssinn zählt und niemand wegen Herkunft, Bildung, Meinung, materiellem Status diskriminiert wird, wir wieder mehr wie ein „Familienverbund“ leben. Ein Gesellschaft in der Offenheit, Ehrlichkeit und Gleichwertigkeit herrscht. In der die Kaufleute wieder ehrbar handeln. In der Bedürftige durch Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt werden. In der der Zugang zu Bildung weiter gefördert wird. In der die Umwelt nicht als kostenloser Selbstbedienungsladen gesehen wird. In der die Politik nicht nur an die nächste Wahl denkt, sondern auch unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen trifft., was mich zu Maggi Thatcher bringt…
      Zu 2. M. Thatcher hat sehr viel getan für GB und war eine großartige Politikerin, die „gemacht“ hat. Ihre Erfolge spreche ich ihr nicht ab, bewundere sie dafür und würde mir mehr solche Politiker in den heutigen Reihen wünschen. Sie hat allerdings durch die Liberalisierung des Finanzmarktes der heutigen Finanzwirtschaft – und eben auch dem Hochfrequenzhandel sowie Spekulationen – Tür und Tor geöffnet. Damit komme ich gleich zu Ihrem Punkt 3…
      Zu 3. Ich bin ganz und gar nicht gegen den Finanzmarkt, halte diesen für eine funktionierende Wirtschaft, für eine Welt in der es immer mehr Menschen, immer besser geht für wichtig. Durch wachsenden Wohlstand nähern wir uns dieser Welt mit weniger Armut, besserer Grundversorgung, etc. Es gibt allerdings noch viel zu tun. Ich kritisiere aber das Wie dieser heute organisiert ist und wie dessen Transakteure damit z.T. Profit machen. Profit zu Lasten Dritter halte ich für ein Problem. Unsere Aktionen, unsere Entscheidungen, haben immer Konsequenzen. Dieser sollten wir uns bewusst sein und die Verantwortung dafür übernehmen. Der Hochfrequenzhandel kennt keine Menschen, beurteilt auch nicht seine Folgen. Des Weiteren wird fleißig auf virtuelle Produkte spekuliert, Produkte die es in der Masse gar nicht gibt und damit Geschäft gemacht. Diese komplette Abkopplung von der Realität ist meines Erachtens nicht gesund und treibt Preise künstlich in die Höhe. Preise die der Otto-Normalverbraucher am Ende zahlen muss. Und ein großes Problem ist, genau wie von Ihnen gesagt, die Verschuldung sowie eine Gesellschaft die sich über das ständige Wachstum und einen rein materiellen Status definiert. Wie auch @Finanzielle Freiheit anschaulich und gut beschreibt. Am Ende zahlt immer einer die Zeche…

      • Turing sagt:

        Es gilt heutzutage als Allgemeinplatz, die „Liberalisierung“ der Finanzmärkte und den Hochfrequenzhandel für das verantwortlich zu machen, was geschehen ist. Sogar im Handelsblatt liest man sowas. Mich befriedigt es überhaupt nicht, einfach nur die angeblich entfesselnden Märkte in der Verantwortung zu sehen.

        Es hatten zwei Krisen in den letzten Jahren

        1. Die Immobilienkrise in den USA mit Folgen für Europa. Was war passiert? Amerikanische Hauskredite platzten reihenweise. Warum platzen die? Weil der amerikanische Staat die Banken gewungen hat, jedem einen Kredit für den Hausbau zu geben. Die Schuldscheine, die da entstanden sind, sind wie eine heiße Kartoffel, die es loszuwerden galt. Ich will nicht die Institute entschuldigen, die diese „heißen Kartoffeln“ gut getarnt in alle Welt verkauft haben, aber wer sich zu dieser Krise äußert, ohne auch nur mal die Rolle des ameriaknischen Staates zu erwähnen, ist ein linker Demagoge, dem nicht gelegen ist, dass sowas kein zweites Mal passiert. NIcht vergessen sollte man die Institute, die beherzt und unkritisch bei diesen Schuldscheinen zugegriffen haben: deutsche Landesbanken, kurzum der Staat. So entfesselt können die Märkte nicht gewesen sein, wenn der Staat kräftig mitmischt, einmal als Häuslebauförder, einmal als Bankeninhaber.

        2. Die Staatsschuldenkrise. Die Schulden sind gewachsen und gewachsen, um den Sozialstaat zu finanzieren. Linke Demagogen behaupten zwar gerne, dass die Bankenrettung so viel Staatsverschuldung verursacht hätte, das ist aber eine glatte Lüge. Die Staatsverschuldung der BRD ist schon seit etlichen Jahren über zwei Billionen € und ist kontinuierlich und nicht schlagartig gestiegen.

        Ich sehe auch schon, dass die Solar- und Windblase platzen wird. Mal sehen, welcher Demagoge dann behaupten wird, dass die Ursache in den „entfesselnden Märkten“ gelegen habe. Es gibt ja schon heute Politiker, die erzählen, dass die extreme Höhe der EEG-Umlage einzig an der EEG-Befreiung von ca. tausend Unternehmen liegt. Die lügen, ohne rot zu werden. Ist viel einfach, wenn man bereits rot ist. 🙂

Leave a Reply

Wir benutzen Cookies, um so das beste Webseiten-Erlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie die Webseite weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

Ich habe verstanden ✖