Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

Interview mit Harald von The Optionseller

Hallo liebe Leser, heute möchte ich Euch das Interview mit Harald von The Optionseller vorstellen.

julischen_alpen_harald_the_optionsellerHallo Harald, stell Dich doch bitte kurz meinen Lesern vor.

Hallo Markos. Mein Name ist Harald Malainer und ich bin 45 Jahre alt. Ich arbeite seit 9 Jahren im Bildungs- und Projektbereich in einem Angestelltenverhältnis.
Außer für Optionen/Dividenden/Aktien interessiere ich mich auch noch für sportliche Aktivitäten (unter anderem Klettern und Bergwandern) und für EDV.

Was hat Dich veranlasst Deinen Finanz-Blog The Optionseller zu starten?

Es gab 2 Intentionen dahinter. Erstens wollte ich mir damit selbst ein wenig Kontrolle auferlegen. Wenn viele Menschen lesen was ich so mache, dann überlege ich zweimal ob ich einen Trade eingehe. Zweitens wollte ich natürlich meine mittlerweile erworbenen Kenntnisse im Optionenbereich weitergeben und dadurch vielleicht eine Plattform für Austausch unter Optionshändlern schaffen.

Wie oft werden Artikel auf Deinen Finanzblog erscheinen?

Ich veröffentliche mindestens einmal im Monat einen Rückblick auf das gerade vergangene Monat. Hier liste ich meine Trades, Dividendenerträge und Aktienkäufe/verkäufe auf und schreibe auch etwas dazu. Darüber hinausgehend erscheinen auch ab und zu Artikel wo ich auf spezielle Dinge bzw. Fragen eingehe. Hat natürlich immer etwas mit Optionen, Aktien oder Dividenden zu tun.

Verfolgst Du auch das Ziel die Finanzielle Freiheit?

Absolut, ja. Wobei ich hier nichts überstürze. Bei mir ist das eher ein Marathon denn ein Sprint. Das endgültige Ziel ist von Optionsprämien bzw. Dividendenerträgen leben zu können.

Seit wann bist Du an der Börse aktiv?

Die ersten Aktien habe ich so um das Jahr 1990 gekauft. Habe ich damals zwar mit +/- Null wieder verkauft aber ab dem Zeitpunkt hab ich Blut geleckt und das Thema Börse hat mich nicht mehr losgelassen.

Was waren Deine schlimmsten Fehler an der Börse?

Oh da gab es einige. Ich hatte zum Beispiel eine Phase wo ich ziemlich viel Geld in vorbörsliche Beteiligungen gesteckt habe. Die meisten davon blieben was sie waren, nämlich vorbörslich und gingen früher oder später Pleite. Des Weiteren war ich natürlich auch beim Niedergang des Neuen Marktes dabei und habe damals viele Aktien einfach zu spät verkauft. Dieses „verlieben“ in Aktien ist eine ganz schlechte Idee.

Ein Fehler den ich aber immer öfter besiege ist auf meiner Meinung zu beharren. Der Markt sagt wo es langgeht. Nicht ich.

Würdest Du mit Deiner Erfahrung aus heutiger Sicht etwas anders machen?

Ich würde alles anders machen. Ich würde gleich mit dem Optionshandel starten und mich auf dividendenstarke Aktien konzentrieren. Die ganzen riskanten Dinge auf die wir weiter unten noch zu sprechen kommen würde ich komplett auslassen.

Mit welcher Finanzstrategie baust Du Vermögen auf?

Hier habe ich ein paar Standbeine. An erster Stelle steht hier die regelmässige Prämieneinnahme durch den Verkauf von Optionen auf Aktien. Zweitens Dividendenerträge durch Aktien welche ich mir idealerweise durch den Verkauf einer Put-Option einbuchen ließ. Um diese Dinge geht es auch auf meinem Blog. Darüber hinaus verkaufe ich noch Optionen auf Futures (FOP) und ich habe ein sogenanntes ETF Rotation System wo ich am Ende des Monats bestimmte ETF´s kaufe bzw. verkaufe.

Mit all diesen Dingen bin ich dann gewissermaßen gehedged. Denn wenn der Aktienmarkt in die Knie geht, hat das nichts mit meinen verkauften Optionen auf Kaffee, Öl oder Silber zu tun.

Wie bist Du auf das Thema Optionen aufmerksam geworden?

Ich habe irgendwann einmal das Buch von Jens Rabe „Optionsstrategien für die Praxis: So sichern Sie sich an der Börse ein regelmäßiges Einkommen“ in die Finger bekommen. Darin geht es hauptsächlich um den Verkauf von Future Optionen. Aber natürlich wurde mir schnell klar dass man auch auf Aktien Optionen verkaufen kann. Und ich bin überaus froh dass ich dieses Buch entdeckt habe!

Wie waren Deine Erfahrungen mit anderen Derivaten wie z.B. Optionsscheinen etc.,
bevor Du Optionen kennengelernt hast?

Schlecht. Ich habe sowohl mit Optionsscheinen als auch mit Knock-Out Zertifikaten gehandelt. Hatte kein wirkliches System dahinter und dementsprechend sahen auch meine Ergebnisse aus. Ich würde es mit dem heutigen Wissen auch niemandem empfehlen sowas zu handeln.

Wie lange hat es für Dich gedauert, bist Du Optionen mit Erfahrungswerten
verkaufen konntest?

Überhaupt nicht lange. Ich habe schon während ich das Buch von Jens Rabe gelesen habe mit dem Optionsverkauf angefangen. Habe dieses sogenannte „Papertrading“ welches des Öfteren empfohlen wird, ausgelassen. Natürlich startet man anfänglich mit kleinen Positionen. Vielleicht auch mal nur mit Delta 5. Aber die Erfahrungen die man dabei macht sind durch nichts zu ersetzen. Beim Papertrading kann ja nix passieren. Beim Handeln mit echtem Geld schon…

Bist Du eher ein Optionen Verkäufer, oder eher Optionen Käufer?

Ich würde mal sagen ich bin zu 95% Optionen Verkäufer. Ich habe anfänglich
noch ein paar Mal Put Optionen auf den S&P gekauft um mich gegen fallende Märkte
abzusichern. Mache ich jetzt nicht mehr. Wenn ich Optionen kaufe dann erstens im FOP-Bereich und fast immer deshalb weil ich die Margin drücken möchte. Gold hat zum Beispiel eine hohe Margin Anforderung. Wenn man jetzt zusätzlich zur verkauften Option noch eine weiter aus dem Geld liegende Option kauft, dann kann man die Margin meistens um mehrere tausend Dollar drücken.

Präferierst Du eine bevorzugte Strategie bei Optionen (Covered Call, Gedeckter
Short Put) ?

Ja, genau das ist meine Strategie. Ich verkaufe aus dem Geld liegende Put Optionen (außer ich will die zugrundeliegende Aktie unbedingt haben, dann kann es auch schon mal eine am- oder im Geld liegende Option sein. Dies war bei mir zum Beispiel der Fall bei Main Street Capital. Die Aktie hat damals bei ca. 28 Dollar notiert. Ich habe einen 30er Put verkauft und die Aktie dann auch um diesen Preis eingebucht bekommen. Hat sich gelohnt aus heutiger Sicht). Ich schaue dabei auch immer auf die implizite Volatilität. Je höher, desto mehr Prämie bekommt man. Des Weiteren verkaufe ich Calls auf Aktien welche ich im Depot habe um zusätzlich zu den Dividenden auch noch Stillhalterprämien zu kassieren. Keine Naked Calls! Sowas kann ziemlich ins Auge gehen.

Wie wirst Du bei einem Crash an den Aktienmärkten mit dem Thema Optionen
umgehen?

Ich werde in so einem Fall hoffentlich genug Margin frei haben um voll in den Markt einzusteigen. Im Falle eines Crash´ würde die Volatilität extrem in die Höhe gehen. Ich würde also die Möglichkeit haben sehr hohe Prämien für sehr weit aus dem Geld notierende Optionen zu bekommen. So etwas darf sich kein Optionshändler entgehen lassen. Die Volatilität baut sich aber auch schnell wieder ab – damit verfällt die Option sehr schnell im Wert und ich kann günstig wieder zurückkaufen.

Welche monatliche bzw. jährliche Rendite strebst Du mit Optionsprämien an?

Ich strebe um die 2% im Monat an. Das klingt nicht viel aber aufs Jahr hochgerechnet sind dies an die 25% und wenn einem das jedes Jahr gelingen könnte – hey, da ist die finanzielle Freiheit in ein paar Jahren absolut in Reichweite!

Welche Bücher kannst Du meinen Lesern zum Thema Optionen empfehlen?

Wenn sich jemand nicht nur für Aktienoptionen sondern auch für FOP interessiert, dann natürlich das oben erwähnte Buch von Jens Rabe „Optionsstrategien für die Praxis: So sichern Sie sich an der Börse ein regelmäßiges Einkommen“. Auch das Buch von Igor Uszczapowski „Optionen und Futures verstehen“ hat mir weitergeholfen. Staubtrocken aber da steht wirklich alles drin was man wissen sollte.

Wie reagiert Dein Bekanntenkreis in Österreich auf das Thema Aktien und
Dividenden und wie reagieren Sie auf das Thema Optionen?

Ich muss dir ehrlich sagen dass ich nur sehr wenige Leute in meinem Bekanntenkreis kenne die sich für dieses Thema interessieren. Und noch weniger kenne ich die tatsächlich Optionen handeln. Die meisten haben ein Sparbuch, einen Bausparvertrag und maximal noch ein paar Investmentfonds. Grundsätzlich sind die Leute nicht sehr aufgeschlossen wenn es um Aktien/Dividenden/Optionen geht. Die meisten haben darüber irgendwo mal was negatives gelesen und nehmen das dann als gegeben hin ohne sich näher mit der Materie auseinanderzusetzen.

Es gibt natürlich Ausnahmen und die hören sich auch gerne an was ich zu sagen habe, ohne aber (bislang) Nägel mit Köpfen zu machen und sich einfach mal ein paar (Dividenden)Aktien ins Depot zu legen.

Vielen lieben Dank für das Interview Harald und weiterhin viel Erfolg mit Deinem
Finanzblog.

Herzlichen Dank Markos dass du mir die Möglichkeit gegeben hast ein Interview zu geben und falls es Fragen von Interessierten gibt – immer weiterleiten an mich ;-).

——

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Interview mit Harald von The Optionseller, 5.0 out of 5 based on 3 ratings

11 Responses to “Interview mit Harald von The Optionseller”

  1. easydividend sagt:

    Bin sehr überrascht von diesem Interview 🙂
    Mit Markos hatte ich zuletzt einigen Kontakt über Email.

    schön zu sehen, dass hier ein Interview mit Harald stattgefunden hat. Hari: wir haben es noch immer nicht auf einen Kaffee oder ein Bier miteinander geschafft 😉

    Markos, du willst es momentan anscheinend wissen, gefällt mir, weiter so!

    mfG Chri

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    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Chri: Wir können auch gerne weiterhin kontakt haben, oder eine Geschlossene Gruppe für das Thema Optionen bei Facebook gründen? Ja ich will es wissen. Denke mit dem Kapitalstock den ich habe, lohnt es das Thema Optionen Verkaufen endlich intensiv umzusetzen.

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    • Hi Chri, hoffe es war eine nette Überraschung ;-).
      Und das Bier steht weiterhin auf der To Do Liste!

      lg
      Hari

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  2. Dr.rer.nat sagt:

    Alte Scheiße… Sorry, für den Ausdruck. Mal vorab… Ich bin vor Jahren auf dein Blog gekommen und habe mich hier und da etwas inspieren lassen von dir. Durch dich bin ich auf reit gekommen.
    Aber dieses Interview zeigt mir eigentlich nicht, dass ihr wirklich was von Equity Derivaten versteht. Ich spreche als promovierter Mathematiker, der im Risikomanagement eines Finanzhauses arbeitet und kann nur sagen, dass die Finanzderivate ein sehr kompliziertes Konstrukt ist mit sehr hohem Risiko. Versteht ihr wirklich was „Implied Volatility“ ist? Warum diese steigt bei fallenden Kursen des Underlying? Hast du nicht mal vor etwa einem Jahr richtig viel Geld in den Sand gesetzt nach deinem Seminar, wo du 3% im Monat machen wolltest?

    Vielleicht solltest du bei deiner alten „Strategie“ blieben. Und der Berghobbywanderer, der 25% pro Jahr Rendite macht. Wirklich nicht persönlich gemeint.

    Best,
    Dr.rer.nat

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    • Finanzielle Freiheit sagt:

      @Dr.rer.nat: Bist Du finanziell frei? Warum arbeitest Du noch im Risikomanagement eines Finanzhauses?

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    • Ein Doktor der den Unterschied zwischen „anstreben“ und „machen“ nicht versteht und des Weiteren eine überaus noble Ausdrucksweise an den Tag legt?
      Wirklich nicht persönlich gemeint.

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      • easydividend sagt:

        und hier sieht man wieder dass die Theoretiker nicht sonderlich viel von der Praxis verstehen, wirklich nicht persönlich gemeint 🙂

        @ Markos: die facebook-gruppe würde ich nicht gründen, es gibt schon zuviele einzelne gruppen. Ich habe dieses Wochenende aber ein Forum für Stillhalter erstellt. Vielleicht könnten wir das dann intensiv nutzen.

        mfG Chri

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  3. Paul sagt:

    Hallo,

    mich würde interessieren bei welchem Broker Du Puts verkaufst? Interactive Brokers? Wo findet man eine gute Anleitung zum Verkauf von Puts?

    Besten Dank!

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  4. Hallo Paul,

    mein Broker ist Interactive Brokers, ja. Ich hätte eine gute Anleitung zum Verkauf von Put Optionen in Form eines Videos. Ich weiß nur nicht ob ich das hier posten darf? Du könntest mich auch per Mail kontaktieren und ich schick dir den Link…
    lg
    Harald

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