Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

Gleichgewicht im Portfolio – durch regelmäßiges Rebalancing

Die meisten Privatanleger wissen: In der Regel ist es die richtige Strategie, sich nicht von Kursschwankungen irritieren zu lassen, und sich stattdessen auf die langfristigen Erträge der Kapitalmärkte zu konzentrieren. Doch selbst die beste Strategie führt nur dann zu Erfolg, wenn sie auch diszipliniert eingehalten wird.

Die Entwicklung der Börsen bringt es mit sich, dass sich einzelne Positionen unterschiedlich entwickeln. Das Verhältnis von Risiko und Renditepotenzial gerät daher mit der Zeit aus dem Gleichgewicht. Ein regelmäßiges Rebalancing sorgt dafür, dass die ursprünglichen Positionen und damit die Risikoausrichtung wiederhergestellt werden. Wir erklären, wie Rebalancing funktioniert, und worauf Anleger achten sollten.

Jedes Portfolio weicht mit der Zeit vom ursprünglichen Risikoprofil ab

Kluge Anleger bauen ihr Portfolio so auf, dass es den eigenen Risiko- und Renditeerwartungen entspricht. Die dabei vielleicht wichtigste Entscheidung ist die Aufteilung des Kapitals auf die Positionen in einzelnen Anlageklassen und Märkten. Aktien sind klassische Renditebringer im Portfolio – auf lange Sicht haben Sie bislang fast immer positive Erträge erbracht. Anleihen dienen dagegen als Ruhepol im Portfolio und sind geeignet, Schwankungen auszugleichen. Auch innerhalb dieser Anlageklassen sollten Anleger streuen, um nicht zu stark von der Entwicklung einzelner Regionen oder Branchen abhängig zu sein. Eine solche Strategie lässt sich kostengünstig mit ETFs umsetzen, etwa bei einem Robo Advisor wie growney.

Mit der Zeit verändern sich die einzelnen Positionen jedoch unterschiedlich. Ein Beispiel: Entscheidet sich ein Anleger für die von growney angebotene grow50-Strategie, die zu 50 Prozent aus Aktien und zu 50 Prozent aus Anleihen besteht, kann es durch unterschiedliche Wertentwicklungen dazu kommen, dass der Depotwert nach einem gewissen Zeitraum nicht mehr dem ursprünglichen Wert entspricht. Der Depotwert setzt sich dann beispielsweise aus 55 Prozent Aktien und 45 Prozent Anleihen zusammen. Das Portfolio weicht also von der ursprünglichen Ausrichtung und daher auch von der Risikotoleranz des Anlegers ab. Diese verändert sich jedoch in der Regel nur dann, wenn sich Vermögenssituation und Ziele des Anlegers grundsätzlich verändern. Ein reiner Buy-and-Hold-Ansatz, bei dem Positionen einmal gekauft und dann einfach liegen gelassen werden, reicht daher für den langfristigen Anlageerfolg oft nicht aus.

Rebalancing stellt die ursprüngliche Allokation wieder her

Stattdessen sollten Anleger ihr Portfolio in regelmäßigen Abständen, zum Beispiel einmal zu einem festgelegten Termin im Jahr, prüfen, und die ursprüngliche Allokation wiederherstellen. Beim Robo-Advisor geschieht dies automatisch, ohne dass sich der Kunde darum kümmern muss. Diese Strategie wird Rebalancing genannt und ist auch für Privatanleger mit überschaubarem Aufwand umzusetzen. Beim Rebalancing werden Anteile in Positionen, die sich relativ besser entwickelt haben, verkauft, und solche Positionen, die sich relativ schlechter entwickelt haben, zugekauft. Anschließend entspricht das Portfolio wieder der ursprünglich angestrebten Allokation. So wird sichergestellt, dass es wieder im Einklang mit den Risiko- und Renditeerwartungen des Anlegers steht.

Dabei sollten Anleger jedoch beachten, dass Rebalancing immer auch Kosten verursacht, denn jede Transaktion ist mit Gebühren verbunden. Daher lohnt sich Rebalancing nur, wenn die Abweichungen ein gewisses Maß erreicht haben. Zudem fallen bei Veräußerungen im Rahmen des Rebalancings in der Regel steuerpflichtige Gewinne an, die die Performance des Portfolios belasten können. Allerdings sollten Privatanleger hier der Risikominimierung im Vergleich zum Steuernachteil größeres Gewicht zumessen. In der Regel geht es beim Rebalancing um regelmäßige kleinere Transaktionen. Insbesondere bei kleineren Vermögen reicht der Steuerpauschbetrag meist aus, um die Abgeltungssteuer aufzufangen.

Bei Robo Advisorn wie growney ist der Rebalancing-Service in der geringen Servicegebühr enthalten und es fallen für Kunden lediglich die Transaktionskosten an. Neben dem automatischen Rebalancing enthält die Gebühr in Höhe von maximal 0,99 Prozent des angelegten Betrags auch Leistungen wie etwa die Depot- und Kontoführung, Ordergebühren, Fondsauswahl und -überwachung, Kundenservice sowie Steueroptimierung.

Antikzyklisches Investieren bringt Stabilität ins Portfolio

Um den Effekt des Rebalancings auf die langfristige Portfolioentwicklung zu verdeutlichen, betrachten wir die Strategie grow50, bei der Aktien und Anleihen jeweils 50 Prozent ausmachen, einmal mit und einmal ohne Rebalancing. Wir nehmen an, dass zum 1. Januar 2004 jeweils 10.000 Euro angelegt wurden. Nach dreizehn Jahren ist das Kapital bei der Variante ohne Rebalancing Ende Dezember 2016 auf 21.293,62 Euro angewachsen – das entspricht einem Zuwachs von 112,9 Prozent oder einer jährlichen Rendite von 5,99 Prozent. Das Portfolio, das einem regelmäßigen Rebalancing unterzogen wurde, ist dagegen auf 22.565,72 Euro angewachsen – was einem Zuwachs von 125,6 Prozent oder einer jährlichen Rendite von 6,46 Prozent entspricht. Die Transaktionskosten sind hier bereits einberechnet und werden von der Wertentwicklung wieder aufgefangen.

grow50-mit-vs-ohne-rebalancing

Unsere Beispielrechnung zeigt: Ein regelmäßiges Rebalancing sorgt nicht nur dafür, dass die Anlagestrategie dem Profil des Anlegers auch langfristig entspricht, es kann auch dazu beitragen, die Renditeentwicklung des Portfolios langfristig zu verbessern. Denn da genau die Positionen verkauft werden, die sich besser entwickelt haben, werden Gewinne gesichert. Zugleich kaufen Anleger genau in den Segmenten nach, die sich schlechter entwickelt haben und profitieren so von günstigeren Kursen. Dieses antizyklische Handeln sorgt zugleich dafür, dass Anleger Übertreibungen an den Märkten vermeiden.

Ein regelmäßiges Rebalancing hält das Portfolio im Gleichgewicht und sollte daher für jeden Privatanleger Pflicht sein. Wie unsere Untersuchung zeigt, wiegen die langfristigen Vorteile die Kosten bei weitem auf. So ist sichergestellt, dass die Balance zwischen Risiko und Renditeerwartungen auch langfristig gewahrt bleibt.

Über den Autor: Gerald Klein // growney Gründer & CEO
Gerald Klein blickt auf 25 Jahre Bankenerfahrung im Kapitalmarktgeschäft zurück. „Erfolgreiche Geldanlage ist im Grunde relativ einfach und besteht aus drei Eckpfeilern: In ein kostengünstiges und diversifiziertes Fondsportfolio investieren, das zu meiner Risikomentalität passt.“ Diesen Weg verfolgt die growney-Anlageplattform konsequent. Mithilfe intelligenter Technologie testen Anleger ihre Risikobereitschaft, erhalten einen Anlagevorschlag und setzen diesen mit growney einfach online um.

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