Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 2]

Ich hatte Euch bereits am 04. März über den ersten Tag auf dem Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg in Taunus berichtet. Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 1] Heute möchte ich im zweiten Teil über den 2 Tag des Seminars für Euch berichten.

Eine kurze Einleitung:
Zum zweiten Mail veranstaltet das LUDWIG von MISES Institut Deutschland das Ludwig von Mises Seminar – einer Einführung in die Lehre der Österreichischen Schule der Nationalökonomie in der Tradition von Ludwig von Mises (1881 – 1973).

In einzelnen, aufeinander abgestimmten Vorlesungen wird die Theorie der „Österreicher“ erläutert und, darauf aufbauend, ihre Analyse- und Erklärungskraft auf praktische Anwendungsfälle und Geschehnisse angewandt. Das LUDWIG von Mises Seminar richtet sich an alle, die Kenntnisse über die Österreichische Schule haben, aber auch an alle diejenigen, die sie noch kennenlernen wollen.

Auch am zweiten Seminartag vom Ludwig von Mises Seminar waren die folgenden Referenten anwesend:

  • Professor Dr. Hans-Hermann Hoppe, Emeritus Universität Las Vegas, USA
  • Professor Dr. Philipp Bagus, Universität Rey Juan Carlos Madrid, Spanien
  • Professor Dr. Guido Hülsmann, Universität Angers, Frankreich
  • Professor Dr. Thorsten Polleit, Universität Bayreuth

Der zweite Seminartag – Ludwig von Mises – Übersicht der Vorlesungen

Vorlesungen  Referent
Politische Ökonomie der Liquidität Jörg Guido Hülsmann
Negativzins und Bargeldverbot Philipp Bagus
Die Achillesferse des Fiat-Geldsystems Thorsten Polleit
Die Ethik des Profits und des Unternehmertums Hans-Hermann Hoppe
Politische Ökonomie der Unentgeltlichkeit Jörg Guido Hülsmann
Die angeblichen Gefahren der Deflation Philipp Bagus
Das Progressionstheorem und die Weltwährungsidee Thorsten Polleit
Q&A mit den Referenten
Zusammenfassung Andreas Marquart

Nachfolgend möchte ich Euch kurz einen Einblick in die einzelnen Vorträge der jeweiligen Referenten geben. Fangen wir mit der ersten Vorlesung an.

Vorlesung: Politische Ökonomie der Liquidität
Referent: Professor Dr. Jörg Guido Hülsmann

  • Eine Bank ist liquide, wenn sie viele Staatsanleihen hält.
  • Zentralbanken sind in den letzten Jahren dazu übergegangen vermehrt Pfandbriefe, Staatsanleihen und Aktien zu kaufen.
  • Durch den Aktienkauf wird die Zentralbank Eigentümer des jeweiligen Unternehmens.
  • Zentralbanken haben Aktien im Ausland gekauft z.B. Apple .

Wie ist es möglich in einem Fiat-System – wo es unbegrenzt Liquidität gibt, dass es Liquiditätsengpässe gibt?

Was ist eigentlich Liquidität?

  • Ein Substativ
  • Eine Eigenschaft „Marktgängigkeit“
  • Liquidität = Eigenschaft
  • Liquiditätspräferenz = Nachfrage nach Geld

Heute haben Banken eine Eigenkapital-Quote von >1%. In 1815  hatte eine US-Bank noch 50% Eigenkapital-Quote.

Eine Zentralbank kann unbegrenzt Liquidität erschaffen.

Vorlesung: Negativzins und Bargeldverbot
Referent: Professor Dr. Philipp Bagus

  • Bargeld ist geprägte Freiheit
  • Sind Negativzinsen ökonomisch sinnvoll?
  • Der Urzins ist immer positiv!
  • In Zeiten des Negativzins wird der Sparer das Geld z.B. zu Hause verstecken.
  • Den Negativzins durchzusetzen bedeutet das Bargeld abzuschaffen.
  • Die Begründung wg. Terror ist nur vorgeschoben.
  • Steuerung der Bevölkerung durch Bargeldabschaffung.
  • Oberste Priorität – Negativzinsen durchsetzen. Dadruch soll die allgemeine Nachfrage angekurbelt werden.
  • Negativzinsen sind fatal.

Motive der Bargeldabschaffung:

  • Terror-Kriminalitätsbekämpfung ist vorgeschoben.
  • Die Tolitaritäre Kontrolle ist nur ein Nebeneffekt.
  • Durchsetzen von Negativzinsen.
  • Versteckte Steuererhöhung.
  • Erleichterung von Kapitalverkehrskontrollen.
  • Erleichterung von Währungsreformen.
  • Erleichterung von Bail-in
  • Enteignung von Sparer – kulturelle Auswirkungen
  • Kein Bankrun wird mehr möglich sein.
  • Steuereinnahmen werden steigen.

FAZIT: Der Negativzins soll eingeführt werden !

Vorlesung: Die Achillesferse des FIAT-Geldsystems
Referent: Professor Dr. Thorsten Polleit

Die Verwundbarkeit des FIAT-Geldsystems. Die Geldnachfrage ist die Achillesferse des FIAT-Geldsystems und führt zum Boom and Bust Zyklus.

Zitat von Ludwig von Mises (1940)  Nationalökonomie S. 146

„Handeln ohne Denken, Praxis ohne Theorie sind unvorstellbar. Das Denken mag fehlerhaft, die Theorie mag falsch ein, doch Denken und Theorie können nie fehlen.“

  • Die Zentralbank ist der Monopolist der eigenen Geldwährung!
  • Das ausweiten der Geldmenge hat dazu geführt, dass die Preise der Wertpapiere nicht abgesunken sind.

Die Geldnachfrage ist abhängig von mehreren Faktoren:

  • Einkommen +
  • Preisniveau +
  • Inflation –
  • Zins –
  • Risiken (Bankschließung) –
  • Geldangebot –

Die Gefährdung des FIAT-Geldsystems:

Der Bust kann verschoben werden:

  • Hyperinflation wie in der Weimarer Republik.
  • 1918 – 1923 Hyperinflation in der Weimarer Republik

Die Geldnachfrage ist soweit eingeknickt, dass die Zentralbanken immer mehr Geld drucken mussten.

Vorlesung: Die Ethik des Profits und des Unternehmertums
Referent: Professor Dr. Hans-Hermann Hoppe

  • Jede Handlung ist ein riskantes Unterfangen.
  • Geld ist nur ein Mittel für weitere unbestimmte Ziele.
  • Der Staat gewährt das Eigentum.
  • Eigentum kann durch Gesetze und Steuern weggenommen werden.
  • Sämtliches Staatseigentum ist durch Eroberung des Privateigentums entstanden.
  • Der Staat ist die Zerstörung der Gerechtigkeit.
  • Der Kapitalist ist berechtigt sein Privateigentum zu verteidigen.
  • Beamte = Agenten des Staates

Vorlesung: Politische Ökonomie der Unentgeltlichkeit
Referent: Professor Dr. Jörg Guido Hülsmann

  • Das Prinzip der Unentgeltlichkeit auch in materieller Sicht

4 Thesen aus der Enzyklika

  • Das Prinzip der Unentgeltlichkeit ist in der Wirtschaft bereits vorhanden.
  • Das wird nicht immer wahrgenommen. Bewusstsein dafür schaffen.
  • Es kann keinen Markt für Unentgeltlichkeit geben.
  • Unentgeltlichkeit kann nicht erzwungen werden.
  • Es gibt eine beabsichtigte und eine unbeabsichtigte Unentgeltlichkeit.
  • Jeder Tausch geht mit Gewinnen daher für beide Parteien.

Vorlesung: Die angeblichen Gefahren der Deflation
Referent: Professor Dr. Philipp Bagus

Die Deflation ist das größte Desaster, sagte Professor Dr. Philipp Bagus.

Was sind die Ursachen von Preisdeflation?

  • Wirtschaftswachstum
  • Höhere Geldnachfrage (Kassenbildungsdeflation)
  • —> Industrielle Nachfrage
  • —> Qualität
  • —> Unsicherheit
  • —> Spekulation
  • Keditkontraktion (Bankkreditdeflation)
  • Staat -> Fiatdeflation ->
  • —> Verordnung
  • —> Zwangsdeflation
  • ——> Fiskalische
  • ——> Anleihe
  • ——> Konfiskatorische

Deflationsfolge und Mythen

Preisdeflation : Fallende Preise

  • Preis = Tauschverhältniss
  • In jeden Tausch : Käufer und Verkäufer
  • Käufer will niedrigere Preise, Verkäufer will höhere Preise
  • Wichtigste Folge: Umverteilung

Deflation Mythen:

  • Fallende Preise sind schlecht für Unternehmen (Unterschied zwischen Umsatz und Kosten)
  • Deflationserwartungen reduzieren die Verbrauchernachfrage und deprimieren die gesamte Volkswirtschaft.
  • Einige Kosten sind fix, daher schadet die Preisinflation den Unternehmen doch.
  • – Löhne
  • – Schulden

Wo kommt die Deflationsabneigung?

  • Schuldner
  • Establishment
  • Die Erstempfänger der „Medizin“.

!!! Die Erstempfänger (Staat) profitieren von einer Inflation !!!

Fazit:

Fallende Preise sind kein Probem für die Gesamtwirtschaft – sie führen nur zur Umverteilung!

Der einzige Vorteil: Deine Deflation kann den Zusammenbruch beschleunigen!

 

Mein Fazit zum Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg:

Herr Marquardt vom LUDWIG von MISES Institut Deutschland hat es geschafft, hochkarätige Referenten zum Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg einzuladen.Wer das Geldsystem verstehen will und sich für das Endspiel des FIAT-Geldsystems positionieren möchte, sollte auch das Ludwig von Mises Seminar besuchen.

Einige Bücher der jeweiligen Professoren z.B. Warum andere auf Ihre Kosten immer reicher werden: … und welche Rolle der Staat und unser Papiergeld dabei spielen von Professor Dr. Philipp Bagus und dem Vorstand des LUDWIG von MISES Institut Deutschland Herrn Marquardt geben schon einmal einen Einblick in das Thema.

Kostenloser TOP-Dividenden Aktien Newsletter
Deine EMail Adresse:

Wir halten uns an den Datenschutz.
Kein SPAM. Keine Weitergabe Ihrer Daten.

GD Star Rating
loading...
GD Star Rating
loading...
Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 2], 5.0 out of 5 based on 3 ratings

One Response to “Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 2]”

  1. […] Gleich weiterlesen: Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 2] […]

Leave a Reply