Lieber eine Stunde über Geld nachdenken, als eine Stunde für Geld arbeiten. ( J. D. Rockefeller, Milliardär )

Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 1]

Am 26. und 27. Februar 2016 fand in Kronberg zum zweiten Mal das Seminar „Ludwig von Mises Seminar“ statt. Ich war freundlicherweise eingeladen und habe das Seminar besucht.

Im Oktober 2013 hatte ich bereits das Buch „Ludwig von Mises: Leben und Werk für Einsteiger“ gelesen und ich finde die liberalen Ansichten und Theorien der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“ interessant und kann mich damit auch sehr identifizieren.

Wer sich heute mit den Arbeiten von Ludwig von Mises beschäftigt, der findet den Schlüssel zur Erklärung der Ursachen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Missstände. z.B. Konjunkturzyklen, Geldentwertung und insbesondere auch das Vordringen des Staates zu Lasten der individuellen Freiheiten. Es gab schon im 19 Jahrhudert zahlreiche Finanzkrisen und somit wird die aktuelle Finanzkrise seit 2008 nicht die letzte sein.

Der Vorstand des Institutes LUDWIG VON MISES DEUTSCHLAND, Herr Andreas Marquardt führte durch das 2tägige Seminar. Nachfolgend möchte ich Euch eine kurze Übersicht geben, welche Vorlesungen an beiden Tagen stattfanden. Den ersten Tag vom Seminar könnt ihr hier nachlesen und den zweiten Tag des Seminars in einen weiteren Artikel.

Der erste Seminartag – Ludwig von Mises – Übersicht der Vorlesungen

Vorlesungen Referent
Begrüßung Anreas Marquart
Eine kurze Geschichte der Weltwirtschaft Hans-Hermann Hoppe
Freihandel und „TTIP“ Philipp Bagus
Kritik des „öffentlichen Dienstes“ Jörg Guido Hülsmann
Die Wissenschaft des menschlichen Handelns Thorsten Polleit
Geld, Staat und internationale Politik Hans-Hermann Hoppe
Q&A mit den Referenten

Die Begrüßung

Herr Marquart begrüßte alle Seminarteilnehmer aus den Ländern Deutschland, Österreich, Schweiz und Frankreich. In seiner Begrüßungsrede ging es u.a. darum, dass die EU in Gefahrt ist auseinanderzubrechen.  Der Frieden und die Freiheit sind gefährdet seit dem 2. Weltkrieg. Grundsätzliche Veränderungen von Systemen können nicht durch Regierungen herbeigeführt werden. Es bedarf einer Bottom/Up Strategie. Studenten dienen als Multiplikator für die Verbreitung der Ideen von der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

Herr Marquart empfahl uns das Buch Eine kurze Geschichte der Menschheit von Yuval Noah Harari zu lesen, sowie den Youtube Channel „Die Ethik der Freiheit“.

Eine kurze Geschichte der Weltwirtschaft

In der ersten Vorlesung referiert Herr Prof. Hans-Hermann Hoppe über das Thema „Eine kurze Geschichte der Weltwirtschaft“.  In seiner Vorlesung beginnt er mit dem Ausgangspunkt vor 50.000 Jahren. Die Wirtschaft bestand damals aus Sammler & Jäger und durch den Konsum verminderten die Menschen damals ihre Vorräte. Es gab damals das Grundproblem: Die Bevölkerung.

Interessant fand ich auch den Satz von Prof. Hans-Hermann Hoppe, dass die Opferzahlen bei den Jäger & Sammlern damals viel höher war, als in den 2 Weltkriegen.

Schon damals gab es das „Maltusische Problem“. Das bedeutet: Die optimale Bevölkerungsgröße im Verhältniss zur Landmenge. Ab dem 18. Jahrhundert began das rasante Wachstum der Weltbevölkerung. Es werden Familienhaushalte gegründet und es kommt zum Schutz des Privateigentums.

Noch eine wichtige Erkentniss: Intelligente Menschen brühten weniger Kinder und wenn der Sozialstaat weiter ausgebaut wird, dann wird das Menschenmaterial immer schlechter. Generell gibt es in Europa ein Nord-Süd-Gefälle bzgl. des IQs. Die Menschen im Norden Europas haben überwiegend einen höheren IQ, als die Menschen im Süden von Europa.

Freihandel und „TTIP“

In der zweiten Vorlesung referiert Philipp Bagus über das Thema Freihandel und TTIP. Hierzu habe ich mir folgendes notiert.

Behinderung für Arbeitsteilung:

– Steuern
– Mengenmäßige Beschränkung
– Subventionierung des Selbermachens
– Regulierungen
– Künstliche Verteuerung des Transports
– Internationaller Handel -> Zöller -> Importkontingente

Argumente gegen TTIP von ATTAC. Pro TTIP aus liberaler Sicht:

– Intransparent
– Undemokratisch
– Souveränitätsverlust
– Fall von Zollschranken
– Deregulierung (Harmonisierung)
– Angst das die Konsumenten mehr Auswahl haben

Probleme TTIP

– Methode (Regierungen, Lobbies)
– Harmonisierung nach oben
– Mangel (Personen, Inländer)
– Protekionistischer Block
– Schadensersatz gegenüber Steuerzahlern

FAZIT: Mischung aus Freihandel und Protektionismus wäre das Beste.

Kritik des „öffentlichen Dienstes“

Jörg Guido Hülsmann referierte über das Thema „Kritik des öffentlichen Dienstes“. Es handelt sich um einen Nachtwächter Staat. Durch den öffentlichen Dienst wird der Wohlfahrtsstaat geregelt durch (Aktivität / Leistung / Sachleistung ) und durch Öffentliche Träger und Private Unternehmungen in öffentlicher Aufsicht.

Der Staat benötigt fast 50% des BIP. Beiträge (z.B. Beitrag zur Sozialversicherung) sind Zwangszahlungen an den Staat.

1) Der öffentliche Dienst steht im Gegensatz zum Allgemeinen Interesse
2) Das OLG entscheidet nach welchen Kriterium es sich um einen öffentlichen Dienst handelt.
3) Die Ökonomische Begründung -> Natürliches Monopol -> Öffentliche Güter.

Der öffentliche Dienst ist kein wirklicher öffentlicher Dienst. Leistet der Staat mir einen Dienst? Nimmt immer. Doch sehr fragwürdig und sehr oft nur unter Zwang. Es findet eine Umverteilung von einer Bevölerungsgruppe auf eine andere statt. Der öffentliche Dienst verzerrt die Aktivitäten. Die Kindererziehung ist nur für maximal 5% der Bevölkerung durch private Angestellte möglich. Der öffentliche Dienst ist immer teurer, als die Erbringung des Dienstes durch die private Wirtschaft. Die vollkommende Versorgung aller Menschen durch den öffentlichen Dienst ist ein Wahnbild! Der öffentliche Dienst schafft die Illusion der Gleichheit und er ist überflüssig. Durch Subventionen schafft der Öffentliche Dienst falsche Anreize und dient im wesentlichen den eigenen Beamten.

Die Wissenschaft des menschlichen Handelns

In diesem Vortrag referiert Thorsten Polleit über die „Wisschenschaft des menschlichen Handelns“. Die Nationalökonomie ist eine Handlungswissenschaft. Menschliches Handeln ist immer zielbezogen und Handeln benötigt Zeit. Der Urszins ist immer positiv! Den Marktzins kann man ins negative drücken. Der Satz „Das ausweiten der Geldmenge ist neutral.“, ist defintiv falsch, sagt Thorsten Polleit. Eine Ausweitung der Geldmenge führt immer zur Umverteilung. Egal ob als Sachgeld, oder in einem Papiergeldsystem.

Geld, Staat und internationale Politik

Im letzten Vortrag referiert Hans-Hermann Hoppe über das Thema „Geld Staat und internationale Politik“ . Geld entsteht spontan aus dem Markt. Es gibt 2 Funktionen von Banken:

– Depositenbanken
– Spar & Darlehensbanken

Der Staat ist eine Institution, die bei allen Konfliktfeldern das letzte Wort hat. Der Staat hat das Interesse das Geld an sich zu bringen:

– Das Münzwesen monopolisieren.
– Münzverschlechterung wird betrieben.
– Es gibt nur 1 Institution, die Noten druckt.
– Der Staat schafft die Zentralbanken.
– Geld von den einzelnen Banken wird in die Zentralbank transferiert.

Der Effekt der Geldvermehrung von Banken kann den Wohlstand nicht anheben. Wenn das Geld durch die Wirtschaft zirkuliert, nimmt es an Wert ab. Staaten sind Organisationen, die auf Gewalt gegründet sind. Amerika ist eine Hegemoniale Macht, die alle Länder auf Welt kontrolliert.

Das Endziel:

– Die Anzahl der nationalen Papierwährungen zu einer Währung US-Dollar zu reduzieren. Wie schafft man das?
Der Zwischenschrit für Europa war bzw. ist der „EURO“ und es gibt den Zwischenschritt für China und Russland.

Es wird dann eine Welt-Papierwährung gebene, die niemals im Wert mehr fallen kann gegenüber anderen Währungen.

Thema Bargeld: Das Bargeld abschaffen, ist eine perfide Enteignung des Bürgers. Mit einem Knopfdruck kann z.B. 10% oder 20% der sichtbaren Guthaben enteignet werden. Das Ziel wird sein: Bargeld in allen Ländern abzuschaffen. Es wird dann als Endziel nur noch eine Weltpapiergeld Währung geben und eine Weltzentralbank. Zitat von Hans-Hermann Hoppe „Das ist das schlimmste was uns passieren kann!“.

Nach einer kleinen Pause fand dann noch für 1,5 Stunden eine Frage und Antwort Runde mit den Referenten statt. Es wurden interessante Fragen der Seminarteilnehmer gestellt und die Referenten haben dazu ihre Meinung kundgetan.

Grundlagen der Geldtheorie – Thorsten Polleit l Ludwig von Mises Institut Deutschland

Mein Fazit:

Ein wirklich toller erster Seminartag für mich. Sehr interessante Vorlesungen und Gedankenimpulse zum Thema „Geld“. Die Reise in den Taunus zum Ludwig von Mises Seminar hat sich wirklich gelohnt.

Gleich weiterlesen: Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 2]

Kostenloser TOP-Dividenden Aktien Newsletter
Deine EMail Adresse:

Wir halten uns an den Datenschutz.
Kein SPAM. Keine Weitergabe Ihrer Daten.

GD Star Rating
loading...
GD Star Rating
loading...
Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 1], 5.0 out of 5 based on 4 ratings

One Response to “Bericht über das Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 1]”

  1. […] März über den ersten Tag auf dem Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg in Taunus berichtet. Ludwig von Mises Seminar 2016 in Kronberg im Taunus [TEIL 1] Heute möchte ich im zweiten Teil über den 2 Tag des Seminars für Euch […]

Leave a Reply